"Geburt einer Legende"

Neue Doku: So geht es Michael Schumacher wirklich

Michael Schumacher feiert mit dem Benetton-Team seinen Formel-1-Weltmeistertitel 1994 in Adelaide.
© LAT Images
Seit Freitag ist die neue Doku "Schumacher'94 - die Geburt einer Legende" auf Netflix zu sehen.
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Am Freitag war es endlich soweit. Die zweite Netflix-Doku über Michael Schumacher wurde von dem Streaming-Riesen veröffentlicht. In einer Stunde und 45 Minuten werden Fans an den Beginn der Karriere eines der größten Rennfahrer aller Zeiten gebracht.

Neben seiner Frau Corinna kommen in dem Film auch mehrere Wegbegleiter, wie Bernie Ecclestone oder sein damaliger Beneton-Teamchef Flavio Briattore zu Wort, die emotionale Einblicke gewähren. Auch der mittlerweile 57-jährige Deutsche, der seit seinem folgenschweren Skiunfall in Frankreich 2013 nicht in der Öffentlichkeit zu sehen war, kommt zu Wort.

Allerdings nur mit alten Interviews, bei denen es um die prägende Saison seines ersten WM-Titels 1994 ging. Nach einem dominanten Saisonstart von Schumacher folgte damals das Drama von Imola, als mit Ayrton Senna und Roland Ratzenberger gleich zwei Fahrer an einem Wochenende ums Leben kamen. Bis heute sind das die letzten Todesopfer in der Formel 1.

Tränen-Drama um Ikone

Auch 32 Jahre nach der Tragödie von Imola merkt man, dass die Ereignisse allen Beteiligten immer noch nahe gehen. Selbst Corinna kämpft mit den Tränen, als es um den Tod von Senna geht. Das Rennen, das damals als GP von San Marino ausgetragen wurde, gewann Michael Schumacher, allerdings soll dieser Tag auch den damals 25-Jährigen maßgeblich geprägt haben.

"Wir weinten in der Küche. Michael sagte, er wolle nicht mehr fahren", schilderte ein damaliger Benetton-Mitarbeiter. Auch sein enger Vertrauter und Manager Willi Weber bestätigte: "Michael war von da an anders." Ein weiteres Thema in der neuen Doku ist die Entstehung von "Schummel-Schumi" in dieser Saison und das packende Saisonfinale gegen Damon Hill, wo Schumacher den ersten von insgesamt sieben Formel-1-Weltmeister-Titeln für sich entscheiden konnte. Und das, obwohl er aufgrund von einer Sperre nur zwölf der 16 Rennen absolviert hatte.

Emotionaler Moment: Corinna Schumacher mit Michaels Helm aus dem Jahr 1994.
Emotionaler Moment: Corinna Schumacher mit Michaels Helm aus dem Jahr 1994. © Netflix

Am Weg dorthin begleitete Corinna ihren Michael die ganze Zeit, es war die Lovestory des Fahrerlagers. Ich hab auch nur ein Leben. Und das gebe ich nur für jemanden, wo ich hundertprozentig weiß, dass es sich dafür lohnt. Wenn du mit jemandem zusammen bist, wo du dich jeden Tag drauf freust, ist doch toll", so die Frau, die ein Jahr später geheiratet haben.

Weiter Sorge um Gesundheit

Doch eine der brennendsten Fragen vieler Anhänger wird auch in dieser Dokumentation nicht beantwortet. Wie geht es Michael Schumacher heute? Seit seinem Skiunfall am 29. Dezember 2013 in Meribel, bei dem die Motorsport-Ikone ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte, gibt es nur wenige Personen, die Zugang zu ihm haben. Die Familien-Anwesen in der Schweiz und in Spanien sollen Berichten zufolge mit hochklassigen Medizin-Geräten ausgestattet worden sein und auch die Sicherheit rund um die Anwesen ist extrem hoch.

Ferrari-Erfolgsduo: Jean Todt und Michael Schumacher.
Ferrari-Erfolgsduo: Jean Todt und Michael Schumacher. © Gamma-Rapho via Getty Images

Die Familie und die engsten Vertrauten, die "Schumi" noch besuchen dürfen, schweigen immer noch. Einer der Personen, die ihn besuchen dürfen, ist sein ehemaliger Teamchef Jean Todt. In einem Interview mit der französischen Zeitung "L'Equipe" meinte er vor einiger Zeit: "Michael ist hier, deshalb vermisse ich ihn nicht." Allerdings stellte der 80-jährige Ex-Rennfahrer auch klar, dass es er nicht mehr "der sei, der Michael früher war".

Dabei wird stets hervorgehoben, wie besonders die Hingabe von Corinna und seinen Kindern ist, die ihn schützen. Das einzige, was er allerdings verraten konnte, ist, dass das Leben von Michael nun anders sei. Todt: "Er ist nicht mehr der Michael, den wir aus der Formel 1 kennen. Aber ich habe das Privileg, Momente mit ihm zu teilen."

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