Leben möglich

Neue Erde? Atmosphäre bei Planet entdeckt

© Getty Images/Science Photo Libra
Forscher haben bei dem fernen Himmelskörper LHS 1140b eine Gashülle entdeckt. Dieser erdähnlicher Planet bietet damit die wichtigste Grundlage für das Entstehen von Leben tief im Weltall.
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Der 49 Lichtjahre entfernte Gesteinsplanet zieht seine Bahnen in der habitablen Zone um einen Roten Zwergstern. Ein US-Forschungsteam hat nun mithilfe des Magellan-Teleskops in Chile bewiesen, dass der Himmelskörper eine Atmosphäre besitzt. Dies ist der erste Nachweis dieser Art bei einer Welt, auf der theoretisch lebensfreundliche Bedingungen herrschen könnten. Im Fachblatt "Science" berichten die Wissenschaftler über ihren Fund, den sie als absoluten Durchbruch sehen.

Schutz vor kosmischer Strahlung

Erstautor Collin Cherubim von der Harvard University betont die Wichtigkeit der Entdeckung: "Eine Atmosphäre ist essenziell, um Leben, wie wir es kennen, zu ermöglichen." Die dichte Lufthülle schützt Organismen vor der gefährlichen Strahlung aus dem All und könnte zudem einen funktionierenden Wasserkreislauf erlauben. Es ist das erste Mal, dass ein solcher Nachweis bei einer Welt in der habitablen Zone gelingt – also in jenem Bereich, in dem es weder zu kalt noch zu heiß für flüssiges Wasser ist. Dieser erdähnlicher Planet wurde ursprünglich 2017 entdeckt und umkreist seinen Stern in nur 24,7 Tagen.

Vorteile kleinerer Sterne

Solche Welten lassen sich bei Roten Zwergsternen durch die sogenannte Transit-Methode besonders leicht aufspüren. Zieht der Himmelskörper von uns aus gesehen vor seinem Stern vorbei, schwächt sich dessen Licht geringfügig ab. Da diese Sterne deutlich kleiner und leuchtschwächer als unsere Sonne sind, fällt dieser regelmäßige Abschwächungseffekt viel deutlicher aus. Das macht den Nachweis der kleinen Gesteinsplaneten für die Astronomie erheblich einfacher.

Rätsel um verschwundenes Helium

Im Jahr 2024 stießen die Astronomen überraschend auf deutliche Spuren von Helium in der Gashülle. Ein Jahr später folgte die nächste Überraschung: Das Helium war plötzlich verschwunden. Computermodelle zeigten schließlich, dass die starke Röntgen- und UV-Strahlung des Sterns das Helium zeitweise entweichen lässt. Die Berechnungen belegen, dass dieser Prozess nur möglich ist, wenn sich unter der Helium-Schicht eine dichte Hülle aus schwereren Gasen befindet, die auch Wasser enthalten könnte. Für noch tiefere Einblicke soll künftig das James-Webb-Weltraumteleskop eingesetzt werden.

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