Wolfgang M. Heckl
Spektakuläre Schau: KI-Kunst im Palais NÖ
Das Palais Niederösterreich in Wien wird zum Schauplatz für ein ungewöhnliches Experiment an der Schnittstelle von Forschung und Kreativität. Bis zum 18. August ist dort die Ausstellung "SCIENCE & ART. Von der Molekularkunst zur KI-Kunst" zu sehen. Eröffnet wurde die Schau Donnerstag von Karl Wilfing, dem Präsidenten des NÖ Landtages, in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
Hinter den Werken steckt Wolfgang M. Heckl. Der 1958 im oberpfälzischen Parsberg geborene Physiker, Wissenschaftskommunikator, Künstler und Musiker lebt und arbeitet in München sowie Partenkirchen.
Von 2004 bis 2025 leitete er als Generaldirektor das Deutsche Museum in München und hatte von 2009 bis 2025 den Oskar-von-Miller-Lehrstuhl für Wissenschaftskommunikation an der Technischen Universität München inne. Nun präsentiert der Forscher sein vielfältiges künstlerisches Schaffen erstmals in dieser Form.
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Malen mit echten Molekülen
In seinen Arbeiten gibt Heckl Einblick in den Nanokosmos. Unter den Begriffen Molekularismus und Nano-Graffiti hat er eigene Kunstrichtungen begründet, die wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in die Malerei übertragen. Statt reiner Phantasie dienen reale mikroskopische Strukturen und Prozesse der molekularen Selbstorganisation als Grundlage für die Werke. Mithilfe moderner Technologie wie dem Rastertunnelmikroskop verbindet er Analyse und Kunst. Sogar sein eigener Weltrekord für das kleinste Loch der Welt wird dabei auf der Leinwand verarbeitet.
Algorithmen übersetzen Bilder in Töne
Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich der Verbindung von Optik und Akustik unter dem Titel "Sight & Sound". Heckl nutzt selbst entwickelte KI-Algorithmen und trainierte neuronale Netze, um Bilder in Musik und Musik in Bilder zu verwandeln. Den Anstoß dazu lieferte ein Gemälde von Wassily Kandinsky im Münchner Lenbachhaus, das auf einem Konzert von Arnold Schönberg basiert. "Ich verstand, dass Kandinsky Töne hörte, wenn er Farben sah, und dass er Musik in Farbkompositionen überführte. Während Kandinsky dies aus seiner synästhetischen Wahrnehmung heraus schuf, wollte ich herausfinden, ob sich ein solcher Prozess mit Hilfe von Computern und Künstlicher Intelligenz nachvollziehen lässt", erklärt Heckl.
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