Tierhaltung
Schwere Rinder-Vernachlässigung in Vorarlberg
Der betroffene Rinderbetrieb befindet sich im Raum Bregenz in Vorarlberg. Der VGT hat Anzeige erstattet.
Bereits 2023 erstattete der VGT Anzeige gegen denselben Betrieb aufgrund bereits damals bestehender Missstände.
Was ist 2023 passiert?
Rund 200 Tiere auf engstem Raum, die sich kaum bewegen konnten, lebten auf den eigenen Exkrementen und hätten keine trockene und saubere Liegefläche gehabt. Weitere Vorwürfe betrafen die viel zu langen Klauen der Rinder, ungeeignete Fütterungseinrichtungen, Mangelernährung und Hornverletzungen. Der VGT forderte damals Kontrollen und Maßnahmen der zuständigen Bezirkshauptmannschaft.
Wiederholt bestätigten Anrainer:innen und Passant:innen dem VGT gegenüber: Auch sie hätten den Betrieb in der Vergangenheit immer wieder behördlich gemeldet, jedoch wirkungslos. Eine Person schilderte sogar, dass der Betrieb ihr gegenüber für seinen "fürsorglichen Umgang" mit den Tieren gelobt worden wäre.
Nach Kontrollen der Bezirkshauptmannschaft Bregenz im Jahr 2023 teilte diese mit, es handle sich "um einen besonderen Einzelfall landwirtschaftlicher Tierhaltung". Man habe bereits in den vergangenen Monaten im Rahmen amtstierärztlicher Betriebskontrollen Verbesserungsaufträge gegenüber dem Tierhalter erlassen und diese überprüft. Dabei gab es auch ein bereits abgeschlossenes Strafverfahren.
Zu den Missständen 2023 äußerte die BH: "…dass die Haltung, Betreuung und Hygiene der Tiere in einzelnen Bereichen verbesserungsnotwendig ist, was z.B. die ordentliche Klauenpflege anbelangt". Die Liegeflächen wurden jedoch nicht beanstandet.
"Es liegen jedoch keine schwerwiegenden Verstöße gegen das Tierschutzrecht bzw. Vernachlässigungen der Tiere vor, die eine behördliche Tierabnahme erforderlich machen. Der Betrieb bleibt weiterhin unter behördlicher Beobachtung, insbesondere im Interesse des Tierwohles und der betroffenen Landwirtschaft."
Nun erhebt sich die Frage, ob die Behörde entgegen ihrer Ankündigung nicht weiter kontrolliert hat oder ob sie auch in den aktuellen Zustände keine Vernachlässigung der Tiere sieht.
Dies sind aktuelle Aufnahmen vom Juni 2026. Inwiefern diese Zustände eine Verbesserung zum Jahr 2023 darstellen ist fraglich. Der Boden ist bedeckt mit Fäkalien, teils bis zu den Knöcheln stehen die Rinder im Kot. Jungtiere und erwachsene Rinder müssen auf den feuchten, zugekoteten Flächen liegen. Obwohl der Betrieb von Wiesenflächen umgeben ist, scheinen die Rinder keinen Zugang zu den Weiden zu erhalten.
"Es ist zu erwarten, dass auch die Gesundheit der Tiere in so einer Haltung extrem leidet. Diese wiederholte, möglicherweise schon seit vielen Jahren bestehende, schwere Vernachlässigung passiert nicht über Nacht. Hier leiden Tiere immens. Und das unter den Augen der Behörden", so Sandy P. Peng, VGT-Campaignerin in Vorarlberg.
"Dieser Fall zeigt auch einmal mehr, dass wir in Österreich auf mutige Meldepersonen und investigatives Bildmaterial angewiesen sind, um das Tierleid an die Öffentlichkeit zu bringen. Wir alle wollen und dürfen solche Zustände nicht akzeptieren", so Sandy P. Peng.
Während Tierschutzorganisationen für härtere und effektive Strafen bei Tierquälerei kämpfen, versucht die Landesregierung in der Steiermark, das Aufdecken von Tierquälerei unter Strafe zu stellen. Außerdem solle das Bildmaterial der Aufdeckung nicht weiter verwendet werden dürfen, weder um die Tierquälerei anzuzeigen, noch um die Öffentlichkeit über die Missstände zu informieren. Ob die derzeitige Bundesregierung dem steirischen Landtag folgt, bleibt abzuwarten. Für die Tiere hätte es katastrophale Konsequenzen und auch für Konsument:innen. Jene Betriebe, die Tieren hohe Standards bieten würden weiter mit Skandalbetrieben am Markt konkurrieren und Konsument:innen fehle es weiter an Transparenz beim Kauf von tierischen Produkten.
Für Tierschutzorganisationen ist daher klar: Es braucht effektive Strafen für Tierquäler und nicht für jene, die es aufdecken.
Rund 200 Tiere auf engstem Raum, die sich kaum bewegen konnten, lebten auf den eigenen Exkrementen und hätten keine trockene und saubere Liegefläche gehabt. Weitere Vorwürfe betrafen die viel zu langen Klauen der Rinder, ungeeignete Fütterungseinrichtungen, Mangelernährung und Hornverletzungen. Der VGT forderte damals Kontrollen und Maßnahmen der zuständigen Bezirkshauptmannschaft.
Wiederholt bestätigten Anrainer:innen und Passant:innen dem VGT gegenüber: Auch sie hätten den Betrieb in der Vergangenheit immer wieder behördlich gemeldet, jedoch wirkungslos. Eine Person schilderte sogar, dass der Betrieb ihr gegenüber für seinen "fürsorglichen Umgang" mit den Tieren gelobt worden wäre.
Nach Kontrollen der Bezirkshauptmannschaft Bregenz im Jahr 2023 teilte diese mit, es handle sich "um einen besonderen Einzelfall landwirtschaftlicher Tierhaltung". Man habe bereits in den vergangenen Monaten im Rahmen amtstierärztlicher Betriebskontrollen Verbesserungsaufträge gegenüber dem Tierhalter erlassen und diese überprüft. Dabei gab es auch ein bereits abgeschlossenes Strafverfahren.
Zu den Missständen 2023 äußerte die BH: "…dass die Haltung, Betreuung und Hygiene der Tiere in einzelnen Bereichen verbesserungsnotwendig ist, was z.B. die ordentliche Klauenpflege anbelangt". Die Liegeflächen wurden jedoch nicht beanstandet.
"Es liegen jedoch keine schwerwiegenden Verstöße gegen das Tierschutzrecht bzw. Vernachlässigungen der Tiere vor, die eine behördliche Tierabnahme erforderlich machen. Der Betrieb bleibt weiterhin unter behördlicher Beobachtung, insbesondere im Interesse des Tierwohles und der betroffenen Landwirtschaft."
Nun erhebt sich die Frage, ob die Behörde entgegen ihrer Ankündigung nicht weiter kontrolliert hat oder ob sie auch in den aktuellen Zustände keine Vernachlässigung der Tiere sieht.
Dies sind aktuelle Aufnahmen vom Juni 2026. Inwiefern diese Zustände eine Verbesserung zum Jahr 2023 darstellen ist fraglich. Der Boden ist bedeckt mit Fäkalien, teils bis zu den Knöcheln stehen die Rinder im Kot. Jungtiere und erwachsene Rinder müssen auf den feuchten, zugekoteten Flächen liegen. Obwohl der Betrieb von Wiesenflächen umgeben ist, scheinen die Rinder keinen Zugang zu den Weiden zu erhalten.
"Es ist zu erwarten, dass auch die Gesundheit der Tiere in so einer Haltung extrem leidet. Diese wiederholte, möglicherweise schon seit vielen Jahren bestehende, schwere Vernachlässigung passiert nicht über Nacht. Hier leiden Tiere immens. Und das unter den Augen der Behörden", so Sandy P. Peng, VGT-Campaignerin in Vorarlberg.
"Dieser Fall zeigt auch einmal mehr, dass wir in Österreich auf mutige Meldepersonen und investigatives Bildmaterial angewiesen sind, um das Tierleid an die Öffentlichkeit zu bringen. Wir alle wollen und dürfen solche Zustände nicht akzeptieren", so Sandy P. Peng.
Während Tierschutzorganisationen für härtere und effektive Strafen bei Tierquälerei kämpfen, versucht die Landesregierung in der Steiermark, das Aufdecken von Tierquälerei unter Strafe zu stellen. Außerdem solle das Bildmaterial der Aufdeckung nicht weiter verwendet werden dürfen, weder um die Tierquälerei anzuzeigen, noch um die Öffentlichkeit über die Missstände zu informieren. Ob die derzeitige Bundesregierung dem steirischen Landtag folgt, bleibt abzuwarten. Für die Tiere hätte es katastrophale Konsequenzen und auch für Konsument:innen. Jene Betriebe, die Tieren hohe Standards bieten würden weiter mit Skandalbetrieben am Markt konkurrieren und Konsument:innen fehle es weiter an Transparenz beim Kauf von tierischen Produkten.
Für Tierschutzorganisationen ist daher klar: Es braucht effektive Strafen für Tierquäler und nicht für jene, die es aufdecken.
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden