Social Media Hype

Stundenlang anstellen an der Himmelsleiter am Donnerkogel

Himmelsleiter
© Salzkammergut Dachstein
Wieder viele Bergrettungseinsätze am Wochenende.
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Anstellen fürs Wandern: Vor wenigen Tagen gab es die Meldung, dass an den berühmten Drei Zinnen in Südtirol das Naturerlebnis für viele in einer hunderte Meter langen Warteschlange beginnt. Auch in Oberösterreich gibt es mittlerweile aufgrund von sozialen Medien stark überlaufende  Wanderrouten.

Spektakuläre Bilder von Gipfeln und Klettersteigen locken Urlauber auf Touren, die sie teilweise unterschätzen. "Die posten die Himmelsleiter und jeder will da rauf", sagt Christian Egger von der Bergrettung Gosau gegenüber ORF OÖ. Beim beliebten Klettersteig komme es deshalb sogar zu langen Wartezeiten. Viele würden sich stundenlang anstellen, um überhaupt zum Einstieg zu gelangen.

Erschöpfte 10-Jährige

Bergrettungseinsatz
Wandergruppe aus Tschechien ins Tal geflogen. © Bergrettung Gosau

Am Samstagabend wurde die Bergrettung zweimal wegen Erschöpfung gerufen: Die völlig erschöpfte zehnjährige Tochter einer Urlauberfamilie aus Tschechien hat am Samstagabend in Gosau (Bez. Gmunden) den Polizeihubschrauber zum Großen Donnerkogel ausrücken lassen. Der 44-jährige Vater und dessen 39-jährige Freundin hatten mit dem Kind den Gipfel bestiegen und waren auf dem Rückweg falsch abgebogen. Als es der Zehnjährigen vor Erschöpfung immer schlechter ging, setzte der Mann den Notruf ab, berichtete die Polizei in einer Presseaussendung.

Wandergruppe aus Tschechien

Nur wenig später musste der Polizeihubschrauber eine andere erschöpfte Wandergruppe aus Tschechien vom Traunstein in Gmunden holen, die wegen einer Wanderapp ihre Tour völlig unterschätzt hatte. Die beiden Männer im Alter von 22 und 27 Jahren sowie die zwei 22-jährigen Frauen wollten den Traunsee-Klettersteig begehen, nachdem sie den Traunstein bereits erklommen hatten. Am Einstieg bemerkten sie den Schwierigkeitsgrad und wollten über den unmarkierten Zierlersteig ins Tal, den ihnen die App anzeigte. Die Gruppe verstieg sich und kam nicht mehr weiter, die beiden Frauen klagten auch über ihre Erschöpfung. Kurz vor 20.00 Uhr erreichte die Flugpolizei der Notruf, die das verirrte Wander-Quartett am Tau ins Tal flog.

Die Hitze bescherte den oberösterreichischen Bergrettern bereits mehr als doppelt so viel Arbeit: Allein im Juli wurden 75 Alarmierungen verzeichnet - im Vorjahr waren es in diesem Zeitraum 33. Den Grund sieht man in der anhaltenden Hitze kombiniert mit Fehleinschätzungen bei der Tourenplanung. Bereits am Freitag warnte die Bergrettung in einer Presseaussendung ausdrücklich, dass sich immer öfter Bergsteiger dabei auf Apps verlassen und so in Gelände geraten, das ihre Fähigkeiten übersteigt.

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