Retter toben
Trotz Unwetter bringen sich viele in Gefahr
Eine heftige Gewitterfront mit Windspitzen von bis zu 90 km/h hat am vergangenen Sonntag über Teilen des Salzkammerguts für gefährliche Bedingungen auf den Seen gesorgt. Dennoch waren mehrere Menschen weiterhin auf dem Wasser unterwegs – sehr zum Ärger der Wasserrettung.
Gewitter zog auf, Paddler blieben auf dem See
Laut der Österreichischen Wasserrettung mussten mehrere Einsatzboote ausrücken, um Wassersportler in Sicherheit zu bringen. Betroffen waren unter anderem der Attersee, der Wolfgangsee und der Traunsee. Dort gerieten Stand-up-Paddler, Kajakfahrer und auch die Besatzung eines Segelbootes in Schwierigkeiten.
Die Wetterlage hatte sich innerhalb kurzer Zeit verschärft. Starker Wind, hohe Wellen und schlechte Sicht machten die Seen zu einer gefährlichen Falle.
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Wasserretter üben scharfe Kritik
Bei der Wasserrettung sorgt das Verhalten vieler Wassersportler für Unverständnis. Nach Angaben von Einsatzleiter Jochen Brunner wurden die Sturmwarnungen von zahlreichen Betroffenen offenbar nicht ausreichend beachtet. Gleichzeitig beobachte man eine wachsende Sorglosigkeit auf den Seen. Viele würden Risiken eingehen und darauf vertrauen, dass im Notfall ohnehin die Rettungskräfte eingreifen. Genau dieses Verhalten führe immer wieder zu gefährlichen Einsätzen.
Mehr als 1000 Einsätze in der Region
Wie der ORF berichtete, rückten Einsatzkräfte in Zusammenhang mit der Unwetterlage zu mehr als 1000 Einsätzen aus. Allein auf den Seen des Salzkammerguts kam es zu mehreren Rettungsaktionen.
Für die ehrenamtlichen Helfer bedeutet das auch ein erhöhtes Risiko. Denn bei Sturm und starkem Wellengang begeben sich nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Retter in Gefahr.
Appell an die Vernunft
Konsequenzen durch die Wasserrettung müssen Betroffene zwar nicht befürchten. Die Helfer können keine Strafen verhängen und sind darauf angewiesen, dass Wassersportler Gefahren richtig einschätzen und Warnungen beachten. Deshalb appellieren die Einsatzkräfte einmal mehr an die Vernunft der Menschen auf den Seen.
Die jüngsten Vorfälle zeigen einmal mehr, wie schnell sich die Lage auf Österreichs Seen ändern kann. Wer Warnungen ignoriert, riskiert nicht nur die eigene Sicherheit – sondern im Ernstfall auch gefährliche Rettungseinsätze für jene, die helfen wollen.
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