Experten warnen

Versteckt KI die Bildungskrise? Millionen können kaum lesen

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Künstliche Intelligenz erleichtert vielen Menschen den Alltag. Experten warnen jedoch, dass KI gleichzeitig ein massives Bildungsproblem verdecken könnte.
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Rund 130 Millionen Erwachsene in den USA verfügen laut Schätzungen nur über Lesekenntnisse auf dem Niveau von Volksschulkindern. Experten warnen, dass Künstliche Intelligenz das Problem zunehmend verschleiert.

Millionen scheitern an einfachen Texten

Grundlage sind Auswertungen von PIAAC-Daten zur Lesekompetenz Erwachsener. Demnach lesen rund 130 Millionen US-Amerikaner unter dem Niveau eines Sechstklässlers. Etwa 43 Millionen erreichen sogar nur Fähigkeiten auf dem Niveau von Drittklässlern.

Die Folgen zeigen sich laut Bildungsexperten bereits im Berufsalltag. Viele Betroffene haben Schwierigkeiten mit E-Mails, Formularen, Sicherheitsanweisungen oder Schulungsunterlagen. Gleichzeitig verlangen heute die meisten Arbeitsplätze zumindest grundlegende digitale Kompetenzen.

KI macht Defizite unsichtbar

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Genau hier kommt Künstliche Intelligenz ins Spiel. Moderne KI-Programme ermöglichen es vielen Beschäftigten, Aufgaben zu erledigen, deren Inhalte sie teilweise gar nicht vollständig verstehen. Dadurch bleiben Bildungsdefizite oft unbemerkt.

Forscher sprechen bereits von einer "kognitiven Kapitulation". Gemeint ist, dass Menschen KI-Antworten übernehmen, ohne diese ausreichend zu prüfen oder selbst zu verstehen. Solange Routineaufgaben erledigt werden müssen, funktioniere das oft problemlos. Schwieriger werde es jedoch, wenn Entscheidungen getroffen oder Probleme eigenständig gelöst werden müssen.

Warnung auch für Europa

Experten betonen, dass KI fehlende Grundkenntnisse nicht ersetzen kann. Vielmehr könnten Lesen, Schreiben und Rechnen in einer zunehmend digitalen Arbeitswelt sogar noch wichtiger werden. Wer die Grundlagen nicht beherrscht, laufe Gefahr, bei komplexeren Aufgaben rasch an Grenzen zu stoßen.

Die Diskussion dürfte auch in Europa aufmerksam verfolgt werden. Denn mit der rasanten Verbreitung von KI-Tools stellt sich zunehmend die Frage, ob technologische Hilfsmittel Bildungsprobleme lösen – oder lediglich verdecken.

Für Bildungsexperten ist die Sache klar: Künstliche Intelligenz kann fehlende Grundbildung kurzfristig überspielen, langfristig aber nicht ersetzen. Die Sorge wächst, dass eine bereits bestehende Bildungskrise dadurch erst sichtbar wird, wenn es für viele Betroffene zu spät ist.

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