Ausgereist

Wende im Wiener Vermissten-Fall um zwei Jüdinnen

Zwei Frauen machen ein Selfie vor einem Fluss mit Brücke und Stadt im Hintergrund.
© Israelische Botschaft Wien
Im Fall der zwei in Wien vermissten Israelinnen gibt es eine überraschende Wende.
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Wien. Am Freitag gaben die Ermittler bekannt, dass die beiden seit dem 7. August in der Bundeshauptstadt abgängigen Frauen – die 50-jährige Mali Y. und ihre 23-jährige Tochter Liel – nicht mehr im Land sind. Im Zuge einer weitreichenden internationalen Zusammenarbeit konnte festgestellt werden, dass das Duo die Republik Österreich eigenständig verlassen hat. Nach derzeitigen Ermittlungserkenntnissen der Polizei liegen zudem keine Hinweise auf ein Gewaltverbrechen vor. Zuvor herrschte tagelang große Sorge, weshalb sogar der Bruder nach Wien gereist war, um die Frauen auszuforschen.

Letztes Lebenszeichen in Wien

Die Reise nach Europa war ursprünglich als Geburtstagsgeschenk für die Mutter gedacht. Nachdem die Touristinnen über Prag nach Österreich gekommen waren, bezogen sie eine Ferienwohnung im fünften Bezirk in der Nähe des Mittersteigs. Der letzte Kontakt zur Familie bestand am Freitagnachmittag kurz vor Beginn des Schabbats (Sonnenuntergang Freitagabend) mit einer Nachricht in der Familiengruppe: "Wir sind in der Wohnung angekommen, seht mal, wie toll sie ist! Schabbat Schalom an alle!" Danach herrschte plötzliche Stille, die Handys waren ausgeschaltet und die Kreditkarten wurden nicht mehr benutzt.

Handys am Hauptbahnhof geortet

Die Familie versuchte daraufhin vergeblich, das Duo zu erreichen. Laut Aufzeichnungen wurden die Handys der beiden Frauen zum letzten Mal am Samstagmorgen gegen 9.30 Uhr in der Nähe des Wiener Hauptbahnhofs geortet. "Die vorgesehenen Schritte bei Abgängigkeitsanzeigen wie beispielsweise eine interne Fahndung, Spitalsauskünfte und dergleichen wurden in Zusammenarbeit mit der israelischen Vertretungsbehörde in Österreich eingeleitet", erklärte Polizeisprecher Markus Dittrich den Beginn der offiziellen Maßnahmen ab dem 10. August. Auch die israelische Botschaft startete parallel einen dringenden Aufruf.

Internationale Suche bringt Klarheit

Für die Ermittlungen wurde ein echtes Großaufgebot mobilisiert. Die Wiener Polizei, das Landeskriminalamt, das Bundeskriminalamt sowie die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst arbeiteten intensiv mit israelischen Behörden zusammen. Eine polizeiliche Nachschau in der gebuchten Unterkunft zeigte schnell, dass das Zimmer leer war. Es deutete daher schon früh alles darauf hin, dass die beiden die Unterkunft verlassen hatten und weiterreisen wollten. Diese Annahme hat sich durch die nun bestätigte, eigenständige Ausreise endgültig bewahrheitet.

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