Konkursverfahren

145 Millionen Euro Schulden: Mega-Pleite erschüttert Österreich

Über die Grazer LL-resources GmbH ist am Montag im Zivillandesgericht Graz ein Konkursverfahren eröffnet worden.  

Das international tätige Rohstoff- und Handelsunternehmen mit der Ausrichtung auf Vertrieb und Produktion von mineralischen Rohstoffen und metallurgischen Produkten soll zahlungsunfähig, aber laut eigenen Angaben nicht überschuldet sein. Aktiva von 155 Mio. Euro stehen Passiva von 145 Mio. Euro gegenüber, teilten AKV, KSV 1870 und Creditreform mit.

Die LL-resources Gesellschaft wurde 2011 gegründet und hat mehrere Tochterunternehmen, teils in anderen europäischen Ländern, den USA und den Sultanaten von Oman. Die Geschäftsaktivitäten umfassen den weltweiten Handel mit Ferrolegierungen, Stahlprodukten, Schrott, Kohle, Bitumen, Düngemitteln und weiteren Materialien, ergänzt durch Dienstleistungen in den Bereichen Supply-Chain-Management, Rohstoffbeschaffung und Beratung entlang der Wertschöpfungskette.

Ungereimtheiten in Millionenhöhe

 Als Ursache wurden Unstimmigkeiten bei eingereichten Rechnungen in Millionen-Euro-Höhe und über einen längeren Zeitraum angegeben. Im Rahmen einer Factoring-Vereinbarung seien in der Vergangenheit gestellte Kundenrechnungen zu 95 Prozent vorfinanziert worden. Aufgrund der Ungereimtheiten sei das Factoring eingestellt und im November 2025 der frühere Geschäftsführer abberufen worden. Der genaue Sachverhalt soll nun vom Insolvenzverwalter und den Strafbehörden ermittelt werden.

Grundsätzlich strebt das Unternehmen eine Sanierung an. Ob dies möglich ist, wird sich erst zeigen, nachdem auch erst zu überprüfen sein wird, in welchem Umfang die Aktiva werthaltig sind und frei von Sonderrechten sind, so der AKV.

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