Umsatzrückgang für 2009 erwartet

Rail Cargo von Krise "gewaltig zurückgeworfen"

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Friedrich Macher, Vorstandschef der ÖBB-Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria (RCA), erwartet heuer eine Umsatzrückgang bis zu 18 %.

Durch die bisherigen Maßnahmen konnten 8 % der Kosten aufgefangen werden. Den Rekordumsatz aus dem Jahr 2008 (352,4 Mio. Euro) werde man frühestens erst 2012, die Gütermengen 2013/14 erreichen.

Die RCA stehe im Vergleich mit der europäischen Konkurrenz gut da, betont der RCA-Vorstand. So habe man gemessen an der Gütermenge die französische Staatsbahn SNCF überholt und befindet sich in Europa nach dem Branchenprimus Deutsche Bahn auf Platz zwei. Der Umsatzrückgang der Branche beträgt im Schnitt 35 %.

Die ungarische RCA-Tochter MAV Cargo befindet sich trotz der schlimmsten Wirtschaftskrisen in Ungarn im Mittelfeld in Europa. Ihre Integration sei weitgehend abgeschlossen. Derzeit werde an dem EDV-System gearbeitet, so Macher. Stellenkürzungen werde dort derzeit nicht vorgenommen, da es die Verpflichtung gibt, den Mitarbeiterstand zu halten. Die RCA will sich in der Slowakei am Bahnunternehmen Express Rail mit bis zu 30 % beteiligen, das vor rund einem Jahr gegründet wurde. Das Unternehmen sei bereits operativ tätig und besitzt die Lizenzen für den Güterverkehr in der Slowakei, so Marcher.

"Seit kurzem sind wir in der Lage, mit eigenen Zügen von Mailand bis zum Schwarzmeerhafen Constanza zu fahren", so der RCA-Chef. Ziel sei es, an die türkische Grenze zu kommen. Der nächste Schritt wäre Bulgarien, aber derzeit gebe es keine konkreten Pläne, dort einzusteigen.
Macher hofft, über die rumänische RCA-Tochter in Bulgarien Fuß zu fassen. Die Anbindung Wiens an die Transsibirische Eisenbahn ist für Macher ein langfristiges Projekt. Dazu sei der Bau einer eigenen Trasse durch die Slowakei notwendig. Derzeit werde dazu eine Machbarkeitsstudie erstellt.

Angesprochen auf den ÖBB-Revisionsbericht zum Staplerbeschaffung, bei der es dem Dokument zufolge zu einer Bieterbevorzugung gekommen ist, erklärte Marcher, dass die Beschaffung vorerst komplett auf Eis gelegt wurde.

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