BoE blickt optimistischer auf den Arbeitsmarkt

Die britische Notenbank blickt optimistischer auf den Arbeitsmarkt als noch im Sommer und öffnet damit eine Hintertür für ein früheres Ende der Niedrigzinsphase. Wahrscheinlich entwickelten sich der Jobmarkt und das Wirtschaftswachstum in der zweiten Jahreshälfte besser als im August angenommen, heißt es im Sitzungsprotokoll des geldpolitischen Gremiums der Bank of England (BoE).

In dem am Mittwoch veröffentlichten Papier wagen die Währungshüter aber keine Vorhersage über die Stärke der aktuellen Erholung am Arbeitsmarkt. Da die Zentralbank ihren Zinsausblick an die Entwicklung der Erwerbslosenquote gekoppelt hat, erwarten Experten allerdings eine baldige Anpassung.

"Ich werde in den nächsten Monaten definitiv auf Anzeichen achten, dass die Zentralbank beim Ausblick den angepeilten Zeitpunkt für eine Zinserhöhung vorzieht", sagte Commerzbank-Ökonom Peter Dixon. Den Leitzins von derzeit 0,5 Prozent will die BoE mindestens so lange so niedrig lassen, bis die Quote auf sieben Prozent gefallen ist. Die Notenbanker rechnen damit, dass dies erst Ende 2016 der Fall sein wird. Viele Experten erwarten jedoch, dass es wegen der anziehenden Wirtschaft bereits früher soweit sein wird.

Sollte die Notenbank ihren Ausblick anpassen, würde der Ausblick somit an Glaubwürdigkeit an den Märkten gewinnen. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote noch bei 7,7 Prozent. Der Expertenstab der Notenbank veranschlagt für das zweite Halbjahr ein Wachstum der Wirtschaftsleistung "von 0,7 Prozent pro Quartal oder mehr" und ist damit einen Tick zuversichtlicher als noch im Sommer.