Ergebnisprognose von Biotechfirma Evotec wackelt

Das deutsche Biotechunternehmen Evotec sieht seine Ergebnisprognose in Gefahr. Es bestehe die Möglichkeit, dass die Firma eine in diesem Jahr fällige Meilensteinzahlung nicht erhält, erklärte eine Evotec-Sprecherin am Montagabend. "Wir sind in Gesprächen, um die Zahlung noch zu bekommen", sagte sie. Die offene Forderung belaufe sich auf 3,4 Mio. Euro.

Sie sei nötig, damit Evotec seine Ergebnisprognose erreiche, die einen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) auf Vorjahresniveau vorsieht. Sollte Evotec die Zahlung nicht erhalten, sei mit einem Ergebnisrückgang zu rechnen. 2013 erzielte Evotec ein bereinigtes Ebitda von 10,4 Mio. Euro.

Evotec-Aktien brachen nach der Mitteilung im späten Parketthandel der Frankfurter Börse um rund 22 Prozent auf 2,91 Euro ein.

Hintergrund sind Probleme mit dem Diabetesmittel DiaPep277, an dem die israelische Biotechfirma Andromeda die Entwicklungs- und Vermarktungsrechte hält und für das Evotec Anspruch auf Umsatzbeteiligungen und Meilensteinzahlungen hat. Andromeda wurde erst kürzlich vom US-Biopharmaunternehmen Hyperion Therapeutics übernommen, das am Montag mitteilte, die Entwicklung von DiaPep277 einzustellen.

Hyperion habe Beweise gefunden, wonach sich Mitarbeiter von Andromeda "schwerwiegenden Fehlverhaltens in Bezug auf die Studiendaten von Diapep277 schuldig gemacht haben", erläuterte Evotec. Offenbar wurde die Studie manipuliert, um ein positives Ergebnis zu erhalten. Diapep277 befand sich bereits in der dritten und damit letzten Phase der klinischen Entwicklung.

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