Erstmals nach der Waffenruhe-Einigung im Iran-Krieg hat am Donnerstag offenbar ein nicht-iranischer Tanker die Straße von Hormuz passiert.
Laut Daten der Plattform Marine Traffic handelte es sich um den unter gabunischer Flagge fahrenden Öltanker "MSG". Das Schiff war demnach mit rund 7.000 Tonnen Heizöl aus den Vereinigten Arabischen Emiraten Richtung Indien unterwegs. Auch weitere Schiffe nahmen Kurs auf die Meerenge. Es ist aber weiterhin eine iranische Genehmigung nötig.
- Ex-Biden-Berater: Netanyahu drängte Trump zum Iran-Krieg
- Putin kündigt Feuerpause während orthodoxer Ostertage an
- "Waren nie Freunde": Melania Trump bestreitet Verbindung zu Epstein
Seit dem Verkünden der Feuerpause in der Nacht zum Mittwoch (MESZ) waren nur wenige Schiffe durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman gefahren, darunter zwei Tanker unter iranischer Flagge, wie das Schifffahrts-Analyseunternehmen Kpler mitteilte. Ein Dutzend weiterer Schiffe nahm am Donnerstag offenbar Kurs auf die Straße von Hormuz.
In Friedenszeiten werden in der Meerenge nach Angaben des Brancheninformationsdienstes Lloyd's List etwa 120 Durchfahrten pro Tag gezählt. Damit wird normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte durch die Straße von Hormuz abgewickelt.
Iran hält an Kontrollen fest
Die USA und der Iran hatten sich nach mehr als fünf Wochen Krieg auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Die Führung in Teheran erklärte sich im Gegenzug bereit, die Straße von Hormuz wieder zu öffnen - betonte jedoch, die Meerenge weiter kontrollieren und möglicherweise Maut für die Passage kassieren zu wollen.
Der staatliche Sender Irib verwies im Onlinedienst X am Donnerstag auf eine Erklärung von Außenminister Abbas Araqchi: Demnach unterliegt der Schiffsverkehr nach wie vor "technischen Beschränkungen und der Abstimmung mit den iranischen Streitkräften". Schiffe dürfen erst nach Erhalt einer offiziellen Genehmigung zwischen zwei iranischen Inseln hindurchfahren und iranische Hoheitsgewässer durchqueren.
"WSJ": Schiffen ohne Genehmigung mit Zerstörung gedroht
Die US-Zeitung "Wall Street Journal" zitierte ein Besatzungsmitglied eines Schiffes. Demnach sei per Funk mitgeteilt worden, dass eine Genehmigung der Sepah-Marine für eine Passage eingeholt werden müsse. "Jedes Schiff, das versucht, ohne Genehmigung durchzufahren, wird zerstört." Die Sepah-Marine ist der maritime Arm der Iranischen Revolutionsgarden.