Europas Leitbörsen am Vormittag mehrheitlich schwächer

Die Leitbörsen in Europa zeigten sich am Montagvormittag mehrheitlich leichter. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 10.45 Uhr mit plus 0,05 Prozent oder 1,55 Punkten bei 3.176,54 Einheiten. Der DAX in Frankfurt fiel 0,06 Prozent oder 5,46 Zähler auf 9.638,55 Punkte. In London tendierte der FT-SE-100 mit plus 0,14 Prozent oder 9,27 auf 6.800,82 Punkte.

Etwas Unterstützung kam vorbörslich aus Asien. Vor allem chinesische Aktien stehen in der Gunst der Anleger weiter hoch. Konjunkuturseitig soll die Inflation für die Eurozone den dritten Monat in Folge im Juli bei 0,5 Prozent bleiben, ergab eine Bloomberg-Umfrage. Die Arbeitslosenrate werde im Juni unverändert bei 11,6 Prozent verharren, hieß es weiter. Wie die Statistikbehörde Istat mitteilte, fiel das von ihr erhobene Geschäftsklima Italiens im Juli um 0,2 Punkte auf 99,7 Zähler. Es ist der zweite Rückgang in Folge, allerdings von recht hohem Niveau aus. Bankvolkswirte hatten mit einem etwas höheren Wert gerechnet.

Im Wochenverlauf rückt am Mittwoch die Notenbanksitzung in den USA in den Fokus und am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht. Daneben könnte in Deutschland die Berichtssaison Impulse bringen. Die Krisenherde Gaza und Ukraine bleiben dagegen weiter ein großer Sorgenfaktor, auch mit Hinblick auf mögliche weitere Sanktionen gegen Russland.

Branchenseitig mussten vor allem Banken Verluste hinnehmen. Evan Lucas, Marktanalyst bei IG, verwies zudem nach einer negativen Studie von Goldman Sachs auf die immer skeptischere Sicht der Investmentbanken auf den Markt. Deutsche Bank fielen um 1,03 Prozent auf 26,45 Euro, Societe Generale sanken um 0,10 Prozent auf 38,615 Euro und die Aktie der italienischen Intesa Sanpaolo verlor 0,17 Prozent auf 2,30 Euro.

Internationale Krisen belasten auch den Geldautomaten- und Kassensystemhersteller Wincor Nixdorf. Wegen schwacher Geschäfte auf wichtigen Märkten wie Russland und der Türkei kappte das Unternehmen seine Prognose. Statt eines Wachstums von 4 Prozent erwartet Wincor Nixdorf im Ende September auslaufenden Geschäftsjahr nur noch stabile Erlöse. Im Vorjahr waren 2,47 Mrd. Euro umgesetzt worden. Auch beim operativen Gewinn (Ebita) ist der Vorstand vorsichtiger geworden. Das Ergebnis soll zwar weiter um 17 Prozent auf 155 Mio. Euro steigen, allerdings gehört dazu nun auch ein positiver Sondereffekt. Die Titel von Wincor Nixdorf rutschten 9,04 Prozent auf 36,16 Euro ab.

Das deutsche Biotechunternehmen Morphosys hat ohne die große Einmalzahlung des Pharmariesen GlaxoSmithKline aus dem vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben. Im zweiten Quartal 2014 sei ein Verlust von 0,5 Mio. Euro aufgelaufen, nach einem Gewinn von 11,1 Mio. Euro vor Jahresfrist. Die Morphosys-Aktien notierten mit plus 1,67 Prozent auf 73,46 Euro.