Europas Leitbörsen schließen einheitlich tiefer

Europas Leitbörsen haben am Freitag einheitlich mit Verlusten geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 42,94 Einheiten oder 1,38 Prozent auf 3.072,57 Zähler.

Negative Vorgaben aus den USA und Asien haben tagsüber die Kurse an den Börsen belastet. Zudem sorgten die Staatspleite Argentiniens und geopolitische Krisenherde wie in der Ukraine und Gaza für schlechte Stimmung. Zahlen zur Industrie in der Eurozone fielen gemischt aus und lieferten keine positiven Impulse. Der Markit-Einkaufsmanagerindex blieb im Juli mit 51,8 Punkten zwar über der Wachstumsschwelle, der Industriesektor zeige aber Anzeichen einer Stagnation, hieß es.

Am Nachmittag standen schließlich einige US-Konjunkturdaten im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die US-Wirtschaft hatte im Juli etwas weniger Stellen geschaffen als von Volkswirten erwartet worden war. Allerdings fiel der Stellenaufbau in den beiden Vormonaten höher aus. Die Arbeitslosenquote hatte hingegen etwas zugelegt, während die höher erwarteten Stundenlöhne stagniert hatten. Zudem war der ISM Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie im Juli überraschend stark gestiegen. Insgesamt konnte der Jobbericht die Angst vor einer raschen Zinswende der Notenbank Fed etwas dämpfen.

Auch eine Menge Quartals- und Halbjahreszahlen standen weiterhin im Fokus. An der Spitze des Euro-Stoxx-50 standen am Ende Aktien der italienischen Großbank Sanpaolo mit plus 1,26 Prozent. Der Überschuss des Unternehmens legte im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 87 Prozent auf 217 Millionen Euro zu. Damit übertraf es die Erwartungen von Analysten trotz einer hohen Steuerbelastung deutlich.

Papiere der Banco Espirito Santo wurden in Portugal vom Handel ausgesetzt, nachdem sie zuvor 40 Prozent verloren hatten. Die portugiesische Regierung erwägt Insidern zufolge, der angeschlagenen Banco Espirito Santo (BES) mit Steuergeld unter die Arme zu greifen. Die Behörden reagierten damit auf die Rufe nach einer Kapitalerhöhung, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Nach einem überraschend hohen Fehlbetrag im ersten Halbjahr benötige die BES wahrscheinlich 3 Mrd. Euro.

Axa stiegen um 1,02 Prozent. Der französische Versicherer hat im ersten Halbjahr trotz hoher Schäden durch den Hagelsturm "Hagelsturm "Ela" einen Gewinnsprung hingelegt. Der Überschuss stieg um 22 Prozent auf gut 3 Mrd. Euro. Damit schnitt das Unternehmen besser ab als von Analysten erwartet.

ArcelorMittal verloren unterdessen 6,11 Prozent. Der weltgrößte Stahlhersteller senkte seine Prognose und erwartet in diesem Jahr nur noch ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von gut 7 Mrd. US-Dollar, bisher zielte das Unternehmen auf 8 Mrd. ab. Der Vorstand begründete den Schritt mit dem deutlichen Rückgang der Eisenerzpreise.