Europas Börsen starten schwächer

Autowerte sehr schwach

Europas Börsen starten schwächer

Die Leitbörsen in Europa haben am Freitag einheitlich mit Abschlägen eröffnet.

Nach wie vor stehen die Märkte im Zeichen der europäischen Schuldenkrise. Nachdem die Hoffnung auf Fortschritte bei der Bewältigung der Krise die Leitindizes im Verlauf der Woche etwas unterstützen konnte, dürften Marktteilnehmern zufolge zu Wochenausklang Gewinnmitnahmen für einen leichten Rückgang der Kurse sorgen. Unterstützung könnte indessen im weiteren Handelsverlauf von "Window Dressing"-Maßnahmen zum Ultimo des dritten Quartals kommen, hieß es.

Um 9.40 Uhr notierte der DAX in Frankfurt mit 5.588,33 Punkten, das entspricht einem Minus von 51,25 Einheiten oder 0,91 Prozent. In London fiel der FT-SE-100 30,9 Einheiten oder 0,59 Prozent auf 5.165,94 Zähler. Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 verlor 11,07 Einheiten oder 0,50 Prozent auf 2.201,37 Punkte.

Die "Troika", bestehend aus Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie der Europäischen Zentralbank (EZB), wird heute ihre Arbeit in Athen fortsetzen. Die Geldgeber erwarten den Bericht der Experten. Geben sie kein grünes Licht für die nächste Tranche der Finanzhilfe in Höhe von 8 Mrd. Euro, ist Griechenland Mitte Oktober zahlungsunfähig. Die Entscheidung soll am 13. Oktober fallen. Zudem ist die Zahl der Mitgliedsländer, welche die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms EFSF gebilligt haben, mit Zypern und Estland auf 12 von 17 gestiegen.

Sorgen um asiatische Wirtschaft
Neben der europäischen Schuldenkrise könnten Sorgen um die asiatische Wirtschaft in den Fokus rücken. In Japan ist die Industrieproduktion zwar den fünften Monat in Folge gestiegen, allerdings sind die weiteren Konjunkturaussichten für das Land aufgrund des starken Yen und der schwächelnden Weltwirtschaft eher trüb, hieß es. Am Nachmittag könnten darüber hinaus neue US-Konjunkturdaten für Impulse sorgen. Unter anderem steht der Chicago-Einkaufsmanagerindex auf der Agenda.

Unternehmensseitig zeigte sich die Nachrichtenlage zu Wochenschluss eher dünn. Im Sektorenvergleich tendierten insbesondere Autowerte im roten Bereich. So waren Daimler (minus 2,48 Prozent auf 33,96 Euro), BMW (minus 3,45 Prozent auf 50,93 Euro) sowie Volkswagen (minus 1,41 Prozent auf 104,80 Euro) unter den schwächsten Werten im Euro-Stoxx-50 zu finden.

Mit Blick auf die Schuldenkrise blieben zudem Bankenwerte im Zentrum der Aufmerksamkeit. Diese zeigten sich ohne klare Linie. Unter den Verlierern befanden sich unter anderem Deutsche Bank (minus 3,31 Prozent auf 27,315 Euro) und ING Groep (minus 1,74 Prozent auf 5,64 Euro). Auch Societe Generale notierten leicht im roten Bereich (minus 0,17 Prozent auf 21,045). Die Analysten der Schweizer Großbank UBS haben ihre Empfehlung für die Titel Auf "Neutral" reduziert, hieß es vom Markt.

Italienische und spanische Finanztitel präsentierten sich hingegen mehrheitlich im Plus. So legten beispielsweise UniCredit 1,78 Prozent auf 0,831 Euro zu und Intesa Sanpaolo gewannen 1,63 Prozent auf 1,245 Euro.