Dow mit schwächstem Jahresstart aller Zeiten

New York

Dow mit schwächstem Jahresstart aller Zeiten

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Wochenverlust beim weltbekanntesten Börsenindex von mehr als 6 Prozent.

Die New Yorker Börse hat am Freitag erneut sehr schwach geschlossen und damit eine tiefrote Handelswoche beendet. Die Beruhigung an Chinas Aktienmärkten hat die Wall Street nur im Frühhandel etwas stabilisiert.

Der Dow Jones Industrial Index sackte um 167,65 Punkte oder 1,02 Prozent auf 16.346,45 Einheiten ab. Auf Wochensicht steht für den US-Leitindex ein sattes Minus von mehr als sechs Prozent zu Buche. Laut Fernsehsender CNBC absolvierte der Dow den schwächsten Start in ein neues Börsenjahr in seiner Geschichte. Schuld ist insbesondere die insgesamt schwache Börsenentwicklung in China, die seit dem Jahresauftakt die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt geschickt hatte.

Der S&P-500 Index verlor 21,06 Punkte oder 1,08 Prozent auf 1.922,03 Zähler. Der Nasdaq Composite Index reduzierte sich um 45,80 Einheiten oder 0,98 Prozent auf 4.643,63 Zähler zu.

Ein starker US-Arbeitsmarktbericht gab den Notierungen in New York keine Unterstützung. Die US-Wirtschaft hatte im Dezember deutlich mehr neue Stellen geschaffen als erwartet. Zudem wurde der Anstieg für die beiden vorangegangenen Monate nach oben korrigiert. Allerdings hatten die Stundenlöhne im Dezember überraschend stagniert - Volkswirte hatten mit einem Anstieg gerechnet.

Dies könnte die US-Notenbank Fed nach der im Dezember vollzogenen Zinswende davon abhalten, "die Normalisierung der Geldpolitik allzu schnell voranzutreiben", gab Analyst Andreas Paciorek vom Handelshaus CMC Marktes zu bedenken. Ohne weitere Zinserhöhungen halte der Aufwertungsdruck auf den Dollar an. Bereits jetzt kämpft die US-Exportwirtschaft mit der starken Landeswährung, die ihre Produkte im Ausland verteuert.

Die Rohstoffpreise erholten sich trotz der Entwicklung in China nur kurz von ihren massiven Verlusten der vergangenen Tage, rutschten dann aber weiter ab. Entsprechend verloren die Aktien der Ölkonzerne Chevron und ExxonMobil 1,1 Prozent beziehungsweise 2, Prozent.

Die Papiere von Alcoa sanken um 2,4 Prozent. Der Aluminiumriese gab bekannt, wegen der schwachen Marktverfassung seine Kapazitäten in den USA zu kappen und eine Aluminiumschmelze in Indiana zu schließen. Alcoa eröffnet am Montag die US-Berichtssaison.

Die Titel des US-Unterhaltungskonzerns Time Warner kletterten hingegen um 1,4 Prozent. Die "New York Post" hatte zuvor darüber berichtet, dass aktivistische Aktionäre Druck auf Time Warner ausüben wollten, um entweder eine Abspaltung oder den Verkauf des erfolgreichen Bezahlsenders HBO zu erreichen. Am Donnerstag war nach Börsenschluss allerdings auch die Vertragsverlängerung mit Konzernchef Jeff Bewkes um weitere drei Jahre bekannt gegeben worden.

Bei FedEx konnten sich die Anteilseigner über zaghafte Kursgewinne von 0,09 Prozent freuen. Nach einer besonders gründlichen Wettbewerbsuntersuchung billigte die EU-Kommission die Übernahme des niederländischen Rivalen TNT Express.

 

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