Europas Börsen zu Mittag weiter schwach

Europas Börsen zu Mittag weiter schwach

Die europäischen Börsen sind am Mittwoch wegen der verstärkten Sorgen über die Schuldenkrise in der Eurozone weiter abgerutscht. Der Euro-Stoxx 50 weitete seine Anschlussverluste bis zum Mittag immer mehr aus und verlor zuletzt 2,62 % auf 2.764,32 Punkte. Der CAC- 40 büßte in Paris 2,4 % auf 3.752,39 Punkte ein und der Londoner FTSE 100 fiel um 1,11 % auf 5.541,49 Punkte.

Mit Portugal und Griechenland bleiben Börsianern zufolge nach den Abstufungen der Kreditwürdigkeit vom Vortag die Euro-Sorgenkindern im Fokus. Die Vorgaben der Überseebörsen spiegeln diese verstärkten Sorgen um die Schuldenkrise in der Eurozone negativ wider. Auch eine ganze Zahlenflut binde die Aufmerksamkeit der Börsianer zusätzlich, sagten Aktienhändler. Beispielsweise haben mit BBVA, Royal Dutch Shell und Iberdrola einige Branchenschwergewichte ihre Zahlen bereits vorgelegt.

Finanzwerte zählten mit der sich zuspitzenden Schuldenkrise südeuropäischer Länder zu den größten Verlierern in Europa. Das Branchenbarometer Stoxx Europe 600 Banken stand 2,77 % tiefer, der Stoxx Europe 600 Versicherer rutschte um 3,16 % ab.

"Die Unsicherheit nimmt zu", sagte Analyst Konrad Becker von Merck Finck mit Blick auf die Abstufungen der Kreditwürdigkeit Griechenlands und Portugals durch die Ratingagentur S&P am Vortag. Die Anleger fürchteten, dass die Probleme in einigen südeuropäischen Ländern noch zunehmen könnten und in der Folge die Banken Abschreibungen vornehmen müssen.

Somit standen die Aktien von Credit Agricole mit -7,39 % auf 10,59 Euro am Euro-Stoxx 50-Ende, BBVA büßten 5,15 % auf 9,57 Euro ein. Die zweitgrößte spanische Bank hat mit den am Morgen vorgelegten Zahlen nicht wie andere europäische und amerikanische Banken positiv überrascht.

Der Stoxx Europe 600 Automobile & Autoteile spiegelt mit minus 2,5 % die schlechte Stimmung auch im Autosektor wider. Der französische Autobauer Renault hatte zwar im ersten Quartal besser abgeschnitten als von Experten erwartet. Börsianern zufolge war aber mit sehr guten Zahlen gerechnet worden und somit honorierte auch die Aktie die guten Umsatzdaten nicht mehr. Das Papier büßte 4,72 % auf 34,49 Euro ein.

In London stemmten sich Royal Dutch Shell nach Zahlen mit plus 3,03 % auf 2.058 Pence an der "Footsie"-Spitze gegen den negativen Markttrend. Der kräftige Anstieg beim Ölpreis und eine Produktionserhöhung ließ bei dem britisch-niederländischen Ölkonzern die Gewinne wieder sprudeln. Analysten hatten im Schnitt mit schlechteren Ergebnissen gerechnet. Im Euro-Stoxx gewannen Total an der Indexspitze 0,35 % auf 41,7 Euro.