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Europas Leitbörsen einheitlich im Minus

Der Euro-Stoxx-50 fiel 28,24 Einheiten oder 1,21 Prozent auf 2.301,84 Punkte.

Die Leitbörsen in Europa haben am Donnerstag im frühen Handel einheitlich mit Verlusten tendiert. Um 10.27 Uhr notierte der DAX in Frankfurt mit 5.845,83 Punkten, das entspricht einem Minus von 67,70 Einheiten oder 1,14 Prozent. In London sank der FT-SE-100 36,8 Einheiten oder 0,68 Prozent auf 5.381,25 Zähler. Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 fiel 28,24 Einheiten oder 1,21 Prozent auf 2.301,84 Punkte.

Die steigende Nervosität vor dem Gipfeltreffen der EU am Wochenende hat den europäischen Aktienmarkt am Donnerstag ins Minus gezogen. Die Börsen seien nicht in der Lage dazu, sich von der Schuldenkrise zu lösen, sagte ein Marktbeobachter. Neue Spekulationen, dass die Positionen Frankreichs und Deutschlands unverändert voneinander abweichen, sorgten für schwache Vorgaben aus Übersee.

Die mittlerweile auf Hochtouren laufende US-Berichtssaison trete bei dieser Gemengelage fast etwas in den Hintergrund, fügte ein Marktanalyst hinzu. Auch in Europa nimmt diese indes allmählich Fahrt auf: Der französische Elektronikkonzern Schneider Electric hat seine Gewinnaussichten erneut leicht nach unten korrigiert, worauf die Papiere als Schlusslicht im EuroStoxx um mehr als acht Prozent auf 40,88 Euro abrutschten.

Der starke Schweizer Franken belastet derweil die Geschäfte des weltgrößten Lebensmittelkonzerns Nestle. Die Titel gaben um 0,68 Prozent nach. Die Nachfrage nach mobilem Internet hat dagegen beim schwedischen Telekomausrüster Ericsson für Wachstum gesorgt. Die Aktien kletterten um 1,91 Prozent. Nokia-Zahlen am Mittag sowie weitere Quartalsberichte und Konjunkturdaten aus den USA folgen im Laufe des Tages

Die Titel der Deutschen Börse legten nach überraschend am Vorabend vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal gegen den Trend um 0,23 Prozent auf 41,100 Euro zu. Der Konzern hatte unter anderem beim Überschuss die Analystenerwartungen deutlich übertroffen. Wegen ihrer geplanten Fusion mit der US-Börse NYSE Euronext waren zugleich aber auch die operativen Kosten gestiegen. Ein Analyst von der Investmentbank Silvia Quandt sprach von insgesamt "soliden Zahlen".

Uneinheitlich entwickelten sich indes die am Vortag noch allesamt sehr festen Bankenwerte. Die Titel der Deutschen Bank büßten 2,20 Prozent auf 26,925 Euro ein, die der Commerzbank gewannen dagegen 1,04 Prozent auf 1,649 Euro. Börsianer verwiesen unter anderem auf eine Barclays-Studie. Darin heißt es, dass unter Annahme verschiedener Szenarien der Kapitalbedarf der europäischen Banken zwischen 174 und bis zu 340 Milliarden Euro liegen könnte. Bisher sei der Markt von 100 bis 220 Milliarden ausgegangen, sagte ein Händler. Andere Marktteilnehmer verwiesen indes auf einen Bericht der "Financial Times", wonach sich der Kapitalbedarf auf lediglich 70 bis 90 Milliarden Euro belaufen könnte.