Europas Leitbörsen mehrheitlich im Plus

Im Frühhandel

Europas Leitbörsen mehrheitlich im Plus

Euro-Stoxx-50 stieg 2,14 Einheiten oder 0,10 Prozent auf 2.223,49 Punkte.

Die Leitbörsen in Europa haben am Donnerstag im frühen Handel mehrheitlich mit leichten Kursgewinnen tendiert. Für die leicht optimistische Stimmung am Markt seien die am Vorabend bewilligten Griechenland-Hilfsgelder verantwortlich gewesen, hieß es vom Markt. Um 10.10 Uhr notierte der DAX in Frankfurt mit 6.491,04 Punkten, das entspricht einem Plus von 15,73 Einheiten oder 0,24 Prozent. In London stieg der FT-SE-100 4,7 Einheiten oder 0,09 Prozent auf 5.534,78 Zähler. Der Euro-Stoxx-50 stieg 2,14 Einheiten oder 0,10 Prozent auf 2.223,49 Punkte.

Auch am Donnerstag dürfte die Euro-Krise im Fokus der Investoren bleiben. Nach den Sorgen der vergangenen Tage um die politische Situation in Griechenland konnte die Zusage des Euro-Krisenfonds EFSF zu den nächsten Hilfszahlungen an Griechenland das Marktsentiment heute in der Früh etwas verbessern, so Marktteilnehmer.

Ein europäischer Branchenvergleich wies Bankwerte als größte Gewinner aus. Weit oben auf der Kurstafel des Euro-Stoxx-50 waren vor allem spanische und italienische Bankwerte zu finden, welche am Vortag vor den Hintergrund der wachsenden Griechenlandsorgen noch klare Abschläge verzeichnen mussten. Banco Santander legten 2,28 Prozent auf 4,748 Euro zu und BBVA zogen um 2,59 Prozent auf 5,14 Euro an. Auch Intesa Sanopaolo (plus 2,74 Prozent auf 1,051 Euro) und Unicredit (plus 2,25 Prozent auf 2,722 Euro) konnten sich am Donnerstag von ihren gestrigen Kursverlusten wieder etwas erholen.

Die spanische Bankia verlor indessen 2,21 Prozent auf 2,082 Euro. Die dortige Regierung übernimmt die Kontrolle über die kriselnde Großbank, wie am Mittwochabend bekanntwurde. Danach wird die Regierung die Muttergesellschaft BFA, zu der neben Bankia mehrere Sparkassen gehören, zu 100 Prozent verstaatlichen. Auf diese Weise werde der Staat größter Aktionär bei Bankia sein und über 45 Prozent des Kapitals der Bank verfügen.

Daneben standen zahlreiche Unternehmensdaten auf der Agenda. So zogen ArcelorMittal um deutliche 2,34 Prozent auf 12,695 Euro an, nachdem der weltgrößte Stahlkonzern mit seiner Erstquartalsbilanz die Erwartungen der Analysten übertreffen konnte. Indessen fielen in London BT Group um 2,67 Prozent auf 211,40 Pence, obwohl das Unternehmen im vierten Quartal einen Gewinnanstieg verzeichnen konnte.

In Zürich legte der Versicherer Zurich seine Ergebnisse vor. In den Monaten Jänner bis März konnte das Unternehmen den Gewinn um 78 Prozent auf 1,14 Mrd. Dollar steigern, der Versicherer musste nur wenig Schadenslasten tragen. Die Titel zogen 0,92 Prozent auf 219,80 Schweizer Franken an.

Dagegen leidet Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE weiterhin unter dem Atomausstieg und einer schwächeren Nachfrage in Europa. In den ersten drei Monaten fiel der Umsatz zwar nur leicht, das nachhaltige Nettoergebnis fiel jedoch um 20 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro. RWE gaben im Frühhandel 1,26 Prozent auf 31,75 Euro ab. Dagegen notierten Deutsche Telekom mit plus 1,91 Prozent auf 8,706 Euro an der Spitze des DAX. Operativ habe die Telekom besser abgeschnitten als erwartet, so Börsianer.

Unter den größten Gewinnern im Euro-Stoxx-50 waren außerdem Telecom Italia (plus 3,60 Prozent auf 0,877 Euro) zu finden. Nach einem überraschend gut verlaufenen ersten Quartal hat der Telekom-Konzern seine Jahresprognose bestätigt. Unter dem Strich erzielte Telecom Italia einen Gewinn von 606 Mio. Euro. Experten hatten eine Steigerung auf 572,3 Mio. Euro erwartet.