Europas Leitbörsen schließen schwächer

Konjunkturdaten im Blick

Europas Leitbörsen schließen schwächer

 Innerhalb des Euro-Stoxx-50 gerieten vor allem Ölwerte unter Druck.

Die europäischen Leitbörsen sind am Donnerstag mehrheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 14,64 Einheiten oder 0,57 Prozent auf 2.553,03 Zähler. Aktuelle Konjunkturmeldungen prägten am Berichtstag das Geschehen auf den Märkten, hieß es aus dem Handel.

   Zum Auftakt hatten sich die Märkte bereits von enttäuschenden Nachrichten aus Asien belastet gezeigt. In China deuteten die jüngsten Stimmungsdaten auf eine weitere Verlangsamung des dortigen Wirtschaftswachstums hin. Zudem leidet Japan weiter unter rückläufigen Exporten. Die im Verlauf des Vormittags veröffentlichten Wirtschaftsdaten aus Europa fielen gemischt aus und sorgten so vermehrt für etwas Verunsicherung unter den Anlegern, hieß es aus dem Handel. In der Eurozone trübte sich die Wirtschaftsstimmung im September unerwartet weiter ein.

   Kurz vor dem folglich schwächer ausgefallenen Auftakt der US-Börsen veröffentlichte Daten zum US-Arbeitsmarkt konnten die Erwartungen ebenfalls nicht erfüllen. Zwar ist die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche geschrumpft, doch hatten Volkswirte einen deutlich stärkeren Rückgang erwartet. Der kurz nach Börsenauftakt veröffentlichte Phily-Fed-Index ist hingegen von minus 7,1 Punkten im Vormonat auf minus 1,9 Zähler gestiegen, wobei Volkswirte lediglich mit einer Verbesserung auf minus 4,5 Punkte gerechnet hatten. In den USA hat sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im September somit stärker als erwartet aufgehellt.

   Innerhalb des Euro-Stoxx-50 gerieten vor allem Ölwerte unter Druck. Total gaben um 1,59 Prozent auf 40,81 Euro nach, Repsol sackten um 3,59 Prozent auf 15,82 Euro ein. Bankwerte zählten ebenfalls zu den schwächeren Werten. UniCredit brachen um 3,11 Prozent auf 3,43 Euro ein und Intesa SanPaolo gaben beträchtlich um 3,39 Prozent auf 1,225 Euro ab. Der französische Bankwert Societe Generale verlor 2,26 Prozent auf 23,55 Euro. Inditex knüpften unterdessen an die Vortagesgewinne an und kletterten mit einem Plus von 1,77 Prozent auf 97 Euro erneut an die Spitze des Euro-Stoxx-50.

   Daimler sackten unterdessen mit einem Minus von 2,02 Prozent auf 39,22 Euro ein. Der deutsche Autobauer rechnet wegen des schwächelnden Automarktes in Europa für 2012 in seiner Autosparte mit einem Rückgang beim operativen Gewinn und reagiert mit Sparmaßnahmen. "Wir haben in Europa zunehmend schwierige Marktbedingungen", sagte Konzernchef Dieter Zetsche. Peugeot drehten im Verlauf ins Minus und schlossen mit einem deutlichen Minus von 3,29 Prozent auf 6,63 Euro. Der französische Autobauer will mit dem Verkauf seiner ertragsstärksten Tochter seinen Finanzpolster aufbessern. Der krisengeschüttelte Konzern bestätigte am Donnerstag, mit der staatlichen russischen Bahngesellschaft exklusive Gespräche über den Verkauf zu führen.

   Bayer schlossen mit einem Plus von 0,72 Prozent und zählten damit zu den besseren Werten innerhalb des Euro-Stoxx-50. Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern treibt den Ausbau seines Agrargeschäfts mit Milliarden-Investitionen voran. Zwischen 2011 und 2016 werde die Sparte CropScience 7 Mrd. Euro Euro in die Hand nehmen, kündigte der Konzern an. Fünf Milliarden davon sollen in die Entwicklung neuer Pflanzenschutzmittel und neuen Saatguts fließen, zwei Milliarden in den Bau neuer Produktionsanlagen. Darüber hinaus hat Bayer in Europa die Zulassung für ein neuartiges Verhütungspflaster für Frauen beantragt.