Deutsche Börse Frankfurt

Verunsicherung

Europas Leitbörsen weiten Verluste aus

In Frankfurt fiel der DAX auf den tiefstem Stand seit November 2009.

Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte weiteten am Freitag im frühen Handel ihre herben Vortagesverluste aus und tendierten erneut einheitlich im Minus. Um 10.05 Uhr notierte der DAX in Frankfurt mit 5.384,90 Punkten, das entspricht einem Minus von 217,90 Einheiten oder 3,89 %. Zeitweise ist der Index auf den tiefsten Stand seit November 2009 gefallen.

In London fiel der FT-SE-100 140,1 Einheiten oder 2,75 % auf 4.952,16 Zähler. Der 50 führende Unternehmen der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 sank um 79,25 Einheiten oder 3,59 % auf 2.127,36 Punkte.

Die wieder aufgekommenen Rezessionsängste und die Sorgen um die Finanzkraft europäischer Banken hatten bereits am Vortag für kräftige Verluste gesorgt und belasteten auch zum Wochenausklang die Aktienmärkte, hieß es aus Händlerkreisen. Die Anleger dürften sich vor dem Wochenende darauf konzentrieren ihre Portfolios vor neuerlichen Risiken zu schützen. Dies führe zu einem neuerlichen Ausverkauf risikobehafteter Anlagen, hieß es weiter. Die Nachrichtenlage bleibt heute dünn. Es werden keine marktbewegenden Unternehmens- oder Konjunkturzahlen erwartet.

Vor diesem Hintergrund büßten erneut einige Bankenwerte ein. So verloren Deutsche Bank 5,40 % auf 26,54 Euro. ING Group fielen um 4,76 % auf 5,63 Euro, während sich Societe Generale um 4,03 % auf 20,76 Euro verbilligten. Schwächster Wert im Euro-Stoxx-50 waren unterdessen die Titel von ArcelorMittal, die bisher einen Verlust um 5,85 % auf 13,45 Euro verbuchten.

Im Branchenvergleich präsentierte sich vor allem der Autosektor mit Abschlägen. Der entsprechende Subindex fiel bisher um 4,95 %. In der Verlustzone notierten hierbei vor allem BMW (minus 5,12 %), Renault (minus 5,96 %) und Daimler (minus 4,81 %).

Ebenfalls auf negativem Terrain bewegten sich vereinzelte Technologiewerte, nachdem Hewlett-Packard (HP) am Donnerstagabend Drittquartalszahlen vorgelegt und umfassende Umstrukturierungspläne vorgestellt hatte. Demzufolge könnte sich HP von seinem PC-Geschäft trennen und stattdessen Milliarden in den Kauf eines britischen Software-Spezialisten stecken. Zugleich dürfte das Geschäft mit Geräten mit dem eigenen mobilen Betriebssystem webOS gestoppt werden. Die Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr senkte der Konzern teils kräftig. Unter den Verlierern waren beispielsweise Infineon (minus 3,14 %) oder STMicroelectronics (minus 2,34 %) zu finden.