IPO-Markt in Europa verliert an Bedeutung

IPO von Kabel Deutschland in der Spur

Beim Börsengang von Kabel Deutschland (KDG) zeichnet sich ein starkes Interesse der Investoren ab. Bis Dienstag früh und damit drei Tage vor Ende der Zeichnungsfrist seien bereits Aktien im Volumen von knapp 730 Mio. Euro geordert worden, sagten mit dem Geschäft vertraute Personen. Ein Insider sagte, vor allem unter heimischen Investoren sei das Interesse groß.

Unklar blieb zunächst aber, zu welchem Preis in der festgelegten Spanne von 21,50 bis 25,50 Euro die Investoren Aktien gezeichnet haben. Im Graumarkt wurden die Aktien am Dienstag in einer Spanne von 23 bis 24 Euro gehandelt.

Kabel Deutschland will am Montag an die Börse gehen und bei Investoren bis zu 880 Mio. Euro einnehmen. Dies wäre das größte Börsendebüt in Deutschland seit gut zwei Jahren, was Experten zufolge den Weg für weitere Börsengänge ebnen könnte.

Kabel Deutschland gehört mehrheitlich dem Finanzinvestor Providence, der inklusive Mehrzuteilungsoption bis zu 34,5 Mio. KDG-Aktien ausgeben will. Die Papiere können noch bis Freitag gezeichnet werden. Der gesamte Konzern wäre bei einer Zuteilung am oberen Ende der Preisspanne an der Börse mit bis 2,3 Mrd. Euro bewertet. Damit gilt KDG als Kandidat für den Nebenwerteindex MDax. Ein Verkauf des Kabelbetreibers an andere Private-Equity-Firmen war an den Preisvorstellungen von Providence gescheitert.

Auch der Chemikalienhändler Brenntag strebt noch vor Ostern - am 29. März - an die Börse. Interessenten können bis zum 26. März bis zu 14,95 Mio. Aktien in einer Preisspanne von 46 bis 56 Euro zeichnen. Ein Großteil der Aktien stammt aus einer Kapitalerhöhung, der Rest aus dem Bestand der Eigentümer um den Finanzinvestor BC Partners.