Wiener Börse, ATX

ATX

Wiener Börse weiterhin im Plus

Nach dem gestrigen Ausverkauf gibt es europaweit Kursgewinne.

In einem freundlichen europäischen Umfeld hat sich die Wiener Börse am Donnerstag bei moderatem Volumen im Mittagshandel weiter im Plus gehalten. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.052,58 Punkten errechnet, das ist ein Plus von 9,18 Punkten bzw. 0,45 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +0,60 Prozent, FTSE/London +0,47 Prozent und CAC-40/Paris +0,82 Prozent.

Trotz schwacher Vorgaben aus Asien hat sich heute die Stimmung europaweit etwas aufgehellt. Zur Wochenmitte ging es im Zuge eines erneuten Ölpreisverfalls noch steil bergab an den Börsen. Am heutigen Donnerstag rückt die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) in den Fokus. Die Analysten der Helaba rechnen nicht mit Veränderungen in der Geldpolitik.

In Wien korrigierten FACC nach ihrem gestrigen Kursrutsch um 6,20 Prozent auf 5,65 Euro nach oben und setzten sich damit an die Spitze der Kurstafel. Der Luftfahrtzulieferer hat in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2015/16 sowohl den Umsatz als auch das Ergebnis deutlich verbessert und schreibt nun schwarze Zahlen. Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 427,8 Mio. Euro, der Nettogewinn drehte von minus 11,8 Mio. auf 3,8 Mio. Euro ins Plus.

Laut den Analysten der UBS fielen die Ergebnisse im Rahmen der Markterwartungen aus. Im Zuge der heutigen Zahlenpräsentation erhoffen sich die Experten nicht nur Informationen zum Ausblick für das Gesamtjahr und zu den Fortschritten in den Verhandlungen mit Boeing, sondern sie erwarten sich auch mehr Aufschluss über den gestern gemeldeten Cyberangriff auf das Unternehmen.

Wie am Dienstagabend bekanntgeworden war, ist die FACC "Opfer von betrügerischen Handlungen unter Ausnutzung von Kommunikations- und Informationstechnologien" geworden, der Vorstand habe umgehend Anzeige erstattet und eine Untersuchung des Vorfalls beantragt. Der Schaden für das Unternehmen wurde mit 50 Mio. Euro beziffert. Die Papiere waren am Mittwoch daraufhin um rund 17 Prozent eingebrochen.

Für Unterstützung im ATX sorgten unter anderem Bankwerte. Raiffeisen zogen um 2,00 Prozent auf 11,23 Euro an und Erste Group verteuerten sic hum 1,18 Prozent auf 24,89 Euro. Demgegenüber zeigte sich der Bankensektor im europäischen Vergleich mit einem beschaulichen Plus von 0,26 Prozent, nachdem die Deutsche Bank für das Gesamtjahr 2015 einen Rekordverlust von 6,7 Mrd. Euro bekanntgegeben hatte.

Im Zuge weiter fallender Ölpreise zeigten sich dagegen Ölwerte im Minus: OMV büßten 0,26 Prozent auf 21,40 Euro ein und Schoeller-Bleckmann verloren klare 1,21 Prozent auf 44,51 Euro.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX 9.15 Uhr bei 2.055,18 Punkten, das Tagestief lag gegen 10.05 Uhr bei 2.033,67 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 0,42 Prozent höher bei 1.057,80 Punkten. Im prime market zeigten sich 17 Titel mit höheren Kursen, 18 mit tieferen und vier unverändert. In zwei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 4.213.781 (Vortag: 3.876.550) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 65,471 (95,89) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 188.461 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 9,29 Mio. Euro entspricht.