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A-Tec-Pleite

Banken verlangen Blitzverkauf von AE&E

Eine A-Tec-Insolvenz würde die Konsum-Pleite übertreffen.

In der Gläubigersitzung der A-Tec mit den 20 in- und ausländischen Banken wurde am Montagabend ein Paket geschnürt, das einen Blitzverkauf der Anlagenbau-Tochter AE&E an die Mass Financial Corporation um einen Euro vorsieht, berichtet "Der Standard" vorab in seiner Dienstagausgabe. Sollten die Gläubiger dem Plan nicht zustimmen, drohe eine Pleite, die mit Passiva von 2,2 Mrd. Euro größer wäre als seinerzeit jene der Handelskette Konsum, heißt es.

Der Finanzinvestor aus Hongkong würde demnach der E-Tec, der Holding zwischen Konzernmutter A-Tec und AE&E-Gruppe, im Gegenzug sofort 15 Mio. Euro Überbrückungsfinanzierung geben. Darüber hinaus soll die AE&E einen Kredit in Höhe von 85 Mio. Euro sowie eine Kapitalerhöhung um 50 Mio. Euro bekommen, sickerten offenbar noch mehr Details aus Verhandlerkreisen durch.

Sofern die Gläubiger am Dienstag zustimmen, würden die Banken 650 Mio. Euro an Garantien und Haftungen wieder öffnen. Rund 100 Mio. Euro an Garantien der E-Tec würde Mass schultern.

Die Gläubiger müssten sich schon am Dienstag entscheiden, Zeit zur Prüfung anderer Angebote gebe es nicht, heißt es in dem Bericht weiter. Dabei sei das Angebot des koreanischen Anlagenbauers Doosan wesentlich attraktiver - allerdings bestehe Doosan auf einer Due Diligence, die drei Wochen brauchen würde.

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Am Vormittag waren die Verhandlungen mit den Gläubigerbanken um frisches Geld oder Garantien nach dreiwöchigem Ringen gescheitert. Nun wird für die Anlagenbautochter AE&E, das einstige Flaggschiff der Gruppe, ein Käufer gesucht.

Wird für den Anlagenbauer ein Käufer gefunden und kommt dadurch Geld herein, könnten die Banken die Finanzierung von A-Tec fortführen und A-Tec damit überleben, sagte am Montag ein mit der Sachlage vertrauter Banker. Eine Insolvenz der AE&E würde hingegen "die maximale Wertvernichtung" des Unternehmens bedeuten, wie Kantner am Vormittag erneut betonte.

Ein Verkauf der restlichen A-Tec-Sparten sei indes momentan kein Thema, sagte Gläubigersprecher Hans-Georg Kantner.