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Aktien-KESt

Neue Anleger-Steuer trift nur Private

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Die neue Besteuerung von Aktiengewinnen trifft nur private Anleger.

Den Chef des Kleinaktionärsverbandes IVA, Wilhelm Rasinger, stört, dass die neue 25-prozentige "Aktien-KESt" auf Kursgewinne nur Private treffen wird, aber Institutionelle wie auch Fondsgesellschaften und Versicherungen verschont. "Ich erhalte dazu sehr viele Anrufe. Das wird als unfair empfunden", so Rasinger.

Rasinger: Besteuerung soll nach 5 Jahren fallen
Rasinger hält eine Besteuerung von Aktienkursgewinnen bei mehr als fünf Jahren Behaltefrist für "administrativ unsinnig". "Wer seine Aktien so lange hält, ist kein Spekulant. Es kann sich ja keine Bank die Unterlagen jahrzehntelang aufheben. Und wenn jemand seine Depotbank wechselt, dann ist das nicht mehr nachvollziehbar", meinte Rasinger am Montag.

Depot-Wechsel ohne Bankgeheimnis
Laut Finanzministeriumssprecher Harald Waiglein sind dagegen im Zuge eines Wertpapierdepots-Wechsel zwei Vorgehensweisen geplant: Einerseits kann der Kunde die Bank freiwillig vom verfassungsrechtlich verankerten Bankgeheimnis entbinden, sodass sie die notwendigen Daten für die Steuererfassung an das neue Geldhaus übermitteln kann. Dies löst dann keine Steuerpflicht aus. Sollte ein Wertpapier-Besitzer nicht diesen Weg wählen, dann werde der Depot-Wechsel "wie eine Veräußerung behandelt" und er muss eine allfällige Steuer an die Bank abführen. Erst danach kann die Bank den Wechsel vollziehen.

Allianz-Chef: "Keine Auswirkungen"
Versicherungsverbandspräsident Wolfram Littich, Chef der Allianz in Österreich, sieht das Geschäftsmodell der Assekuranz durch die neue "Aktien-KESt" auch "nicht tangiert", wie er am Montag zur APA sagte: "Das hat für uns keine Auswirkungen." Die Versicherungsunternehmen würden ohnedies zu ihren "capital gains" der Körperschaftsteuer (KÖSt) unterliege. Der Kunde wiederum zahle am Anfang die Versicherungssteuer zusammen mit seinen Prämien, etwa in der Lebensversicherung die 4 Prozent bei Laufzeiten über 10 Jahren bzw. 11 Prozent darunter.

Regierung erwartet 30 Mio. Euro
Die Regierung erwartet sich aus der neuen "Aktien-KESt" für 2011, dem ersten Jahr, 30 Mio. Euro an Einnahmen, und bis 2014 wird mit einem Anstieg auf 250 Mio. Euro jährlich gerechnet.

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