Postbank erwartet Rückgang der Belastungen

Postbank stellt Ende der Verlustphase in Aussicht

Die deutsche Postbank sieht in der Finanzkrise allmählich Licht am Ende des Tunnels. Das in Bonn ansässige Institut schrieb zwar im zweiten Quartal erneut rote Zahlen. Der Verlust war aber geringer als zu Jahresbeginn. Auch die Wertberichtigungen in Folge der Krise gingen zurück.

"Die schlimmsten Belastungen aus der Krise liegen hinter uns", versprach Finanzchef Marc Heß bei der Präsentation der Zahlen am 30. Juli. Mindestens ein Quartal in diesem Jahr werde die Postbank wieder mit einen positiven Ergebnis abschließen.

Von April bis Juni erzielte das Institut, das zu gut einem Viertel der Deutschen Bank gehört, einen Verlust vor Steuern von 69 Mio. Euro. Im ersten Quartal hatte ein Minus von 91 Mio. Euro in den Büchern gestanden, ein Jahr zuvor war das Ergebnis noch deutlich positiv. Wegen der Krise musste die Postbank im zweiten Quartal 148 Mio. Euro unter anderem auf komplexe Wertpapiere wertberichtigen, was jedoch nur noch halb so viel war wie zu Jahresbeginn.

Bankgeschäft durch Krise belastet

Auch im klassischen Bankgeschäft forderte die Krise noch ihren Tribut: Der Zinsüberschuss als größter Ertragsbringer sank um neun Prozent auf 566 Mio. Euro. Der Provisionsüberschuss gab fast vier Prozent auf 337 Mio. Euro nach. Weil Anleger in Folge der Marktturbulenzen verunsichert sind, halten sie sich mit dem Handel von Aktien und Wertpapieren zurück. Dadurch nehmen Banken weniger Gebühren ein.

Wie viele andere Institute rechnet auch die Postbank in den nächsten Monaten mit steigenden Kreditausfällen in Folge der Wirtschaftskrise. Bereits im zweiten Quartal erhöhte sie die Risikovorsorge um 82 Prozent auf 157 Mio. Euro. Wegen ihrer Ausrichtung auf den deutschen Privatkundenmarkt sei die Postbank aber deutlich weniger von Ausfällen betroffen als Wettbewerber, zeigte sich Heß zuversichtlich.

Im vergangenen Jahr musste die Postbank vergleichsweise hohe Belastungen aus der Finanzkrise verdauen. Das Management will deshalb auf das risikoreiche Kapitalmarktgeschäft verzichten und die Bank stärker auf ihre Kernfelder Privat- und Geschäftskunden fokussieren.