Studie: So wird bei Arbeitszeit geschummelt

WKOÖ-Präsident Trauner

Studie: So wird bei Arbeitszeit geschummelt

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Die Produktivität befindet sich in Österreich im Sinkflug.

Arbeiten die Österreicher zu wenig? Laut einer Bevölkerungs-Befragung der WKO Oberösterreich verbringen wir ein Viertel unserer Arbeitszeit nicht produktiv genug.
 
Im EU-Vergleich läuft Österreich Gefahr, seine Konkurrenzfähigkeit zu verlieren. WKOÖ-Präsident Rudolf Trauner kam in besagter Studie zu folgendem Schluss: „Zählt man die bezahlten Dienstverhinderungen zusammen und setzt sie in Relation zu einer Jahresarbeitszeit von 260 Arbeitstagen, bedeutet das, dass 26.5 Prozent der Arbeitszeit zwar vom Dienstgeber bezahlt werden, dafür aber keine unmittelbare Gegenleistung des Dienstnehmers erfolgt.“
 
© wko
Studie: So wird bei Arbeitszeit geschummelt
Wirtschaftskammer-Oberösterreich-Präsident Rudolf Trauner, Foto: WKO.
 
Kurz: Der Dienstnehmer erbringt im Schnitt an nur 191 Arbeitstagen seine vertraglich vereinbarte Arbeitsleistung. Die Netto-Arbeitszeit liegt bei einem österreichischen Dienstnehmer somit nur bei 73,5 Prozent. Im internationalen Vergleich ein niedriger Wert.
 
Die Wirtschaftskammer Oberösterreich listet diese Abwesenheitszeiten wie folgt auf:
  • Jahresurlaub im Ausmaß von 25 Arbeitstagen
  • Arbeitsfreie gesetzliche Feiertage im Ausmaß von 13 Arbeitstagen
  • Durchschnittlicher Krankenstand eines unselbständig Erwerbstätigen in Oberösterreich in Höhe von 13,5 Arbeitstagen
  • Sonstige bezahlte Freistellungen (Arzt, Pflegefreistellung, Postensuchtag, Übersiedlungstage etc.) im Ausmaß von 2,9 Arbeitstagen
  • Private Tätigkeiten während der Arbeitszeit laut IMAS (Privattelefonate, Rauchpausen, Internetsurfen etc.) im Ausmaß von 14,5 Arbeitstagen
Abwesenheitszeiten
Betriebe müssen bekanntlich dabei das Entgelt weiter zahlen. Diese „bezahlten Ausfallzeiten“ belasten die Unternehmer sowohl kostenmäßig, als auch in Hinblick auf das verfügbare Arbeitskräftepotenzial.
 
Die Produktivität der Mitarbeiter stellte laut Wirtschaftskammer Oberösterreich stets eine der großen Wettbewerbsvorteile der österreichischen Wirtschaft dar. Heute scheint dies jedoch etwas anders zu sein: Wie ein Blick in die EU-Statistiken zeigt, sind Österreichs Lohn-Stück-Kosten seit 2002 schneller als jene der 17 Euro-Länder gestiegen. Experten warnen, dass Österreich  seine hohe Konkurrenzfähigkeit (Dank produktiver Mitarbeiter) langsam verliere.
 
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