Reichster Mann zahlt Pecik 880 Millionen

Telekom-Deal

Reichster Mann zahlt Pecik 880 Millionen

Carlos Slim wird zweitgrößter Eigentümer des Unternehmens.

Jetzt ist es fix: Der reichste Mann der Welt, der Mexikaner Carlos Slim (69 Milliarden Dollar schwer), wird zum zweitgrößten Eigentümer der Telekom Austria (TA) nach der Staatsholding ÖIAG. Er übernimmt den 21-Prozent-Anteil des Investors Ronny Pecik, wie er über sein Unternehmen America Movil am Freitag mitteilte. 5 Prozent der Aktien wechselten gestern den Besitzer, 16 Prozent sollen im Lauf des Jahres folgen.

Carlos Slim will Europas Telekom-Markt erobern
In Summe (inklusive der seit Wochen selbst zusammengekauften Aktien, auch durch eine weitere Firma seiner Familie) wird Slim letztlich sogar 25,9 Prozent an der Telekom halten. Damit steigt er nicht nur zum zweitgrößten Eigentümer nach der Staatsholding ÖIAG (28,4 Prozent) auf. Er hat de facto sogar die Sperrminorität – ohne Slim ist keine Entscheidung mehr möglich. Die ÖIAG begrüßt Slims Einstieg – er sei ein Investor mit langfristigen und strategischen Interessen.

Tycoon Slim dominiert mit America Movil (170.000 Mitarbeiter) den lateinamerikanischen Mobilfunkmarkt (241 Millionen Menschen telefonieren mit seinen Handys). Jetzt ist er in Europa auf Einkaufstour, hat sich kürzlich auch am holländischen Telekomkonzern KPN beteiligt.


„Kürzeste, aber definitiv härteste Verhandlungen“
Für Peciks rund 93 Mio. TA-Aktien hat Slim laut Insidern 9,50 Euro pro Stück bezahlt – in Summe also gut 880 Millionen. Das sind gut 1,30 Euro mehr als der aktuelle Börsenkurs (8,15 Euro).

Und es sind gleich 2 Euro mehr als Ronny Pecik mit seinem ägyptischen Partner Sawiris im letzten Jahr für die Aktien bezahlte (im Schnitt 7,50 Euro). Pecik und Sawiris steigen also mit 180 Millionen Euro Gewinn aus.

Erst vor acht Monaten hatte Pecik begonnen, die Telekom-Aktien aufzukaufen. Schon zwei Monate nach seinem TA-Einstieg hätten sich die Mexikaner von selbst bei ihm gemeldet, sagte er gestern. „Es war die kürzeste Verhandlung, aber auch definitiv die härteste“, so Pecik. Er selbst werde für Slim im TA-Aufsichtsrat bleiben.

180 Mio. Gewinn in nur 8 Monaten
Die Deals von Ronny Pecik folgen stets dem gleichen Prinzip: Einstieg in ein Unternehmen, kurz drin bleiben – und mit sattem Gewinn wieder aussteigen. Im Schnitt 7,50 Euro pro Aktie hat Pecik in die Telekom investiert, 93 Millionen Aktien hat er zu diesem Durchschnittspreis von September 2011 bis Jänner 2012 aufgekauft. Kolportiert wird, dass Slim pro Aktie 9,50 Euro bezahlt – womit Pecik und Sawiris am Deal rund 180 Millionen verdienen würden.

Pecik sagt dazu nur: Dass nach Abzug der Kosten etwas übrig bleibe, „geht sich knapp aus“.

Jedenfalls, so Pecik, werde Finanzministerin Fekter von ihm „einen Batzen Steuern bekommen“.

Slim zahlte 9,50 pro Aktie, Pecik wollte sogar 11,50
In der Investment-Welt des Ronny Pecik bringt der Carlos-Slim-Deal übrigens deutlich weniger Gewinn als erhofft. In den letzten Monaten wurde immer wieder spekuliert, dass Pecik – und vor allem sein Partner Sawiris – die Aktien noch viel teurer verkaufen wollte. Ziel war angeblich ein Verkauf um 11,50 Euro pro Aktie an die norwegische Telenor. Das hätte 360 Millionen Gewinn erlöst, war im derzeitigen Marktumfeld aber nicht erzielbar. So gab sich Pecik mit 180 Millionen zufrieden.

(sea)

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