3,1 Prozent

Spritpreis treibt Inflation an

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Die Teuerungsrate hat nach dem Rekordhoch vom Februar weiter zugelegt.

Die wegen der Spritpreise ohnedies schon recht hohe Teuerungsrate hat im März in Österreich noch ein weiteres Mal zugelegt. Im Jahresabstand stieg die Inflation auf 3,1 Prozent, nach 3,0 Prozent im Februar und 2,4 Prozent im Jänner. Einen derart starken Preisanstieg gab es zuletzt im Oktober 2008, erklärte am Freitag die Statistik Austria.

Grafik Inflation
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(c) APA, Quelle: Statistik Austria

Drittel der Inflationsrate geht auf Kosten des Spritpreises
Fast ein Drittel der Inflationsrate - 0,95 Prozentpunkte - ist durch die starke Verteuerung bei Mineralölprodukten um 22 Prozent binnen Jahresabstand zu erklären. Ohne Ölprodukte und Nahrungsmittel hätte der VPI-Anstieg im März nur 1,8 Prozent ausgemacht.

Nahrungsmittel-Warenkorb um 4,5 Prozent teurer
Das Preisniveau des so genannten "Mikrowarenkorbes", der überwiegend Nahrungsmittel enthält und den täglichen Einkauf repräsentiert, erhöhte sich im März binnen Jahresfrist um 4,5 Prozent. Das Preisniveau des "Miniwarenkorbes", der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, stieg im Jahresvergleich um 7,3 Prozent.

Tanken, Wohnen und Verkehr besonders teuer

Die Ausgaben für Tanken,  Wohnen und Lebensmittel waren im März für mehr als die Hälfte der Inflation verantwortlich. Größter Preistreiber im Jahresabstand war die Ausgabengruppe "Verkehr" (durchschnittlich +5,7 Prozent); primär verantwortlich dafür waren die Spritpreise (+21 Prozent). Wartung und Reparaturen von Pkw kamen um 4 Prozent teurer, Flugtickets dagegen wurden um 11 Prozent billiger und neue Pkw um 1 Prozent.

Auch Wohnung, Wasser und Energie haben sich verteuert
Im Bereich "Wohnung, Wasser und Energie" stiegen die Preise im Jahresabstand im Schnitt um 3,1 Prozent, in erster Linie durch Verteuerungen bei Haushaltsenergie (insgesamt +5,2 Prozent, u.a. Heizöl +29 Prozent, Gas +3 Prozent, Strom aber unverändert). Instandhaltung von Wohnungen kam um 3,0 Prozent teurer, die Wohnungsmieten stiegen im Schnitt um 2,6 Prozent.

Obst kosten um ein Viertel mehr

Bei "Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken (+4,4 Prozent) verteuerten sich Nahrungsmittel um 4,1 Prozent. Dabei kostete Obst um 25 Prozent mehr, Molkereiprodukte und Eier um 5 Prozent mehr. Brot und Getreideerzeugnisse kamen um 3 Prozent teurer, Gemüse wurde um 2 Prozent billiger. Dass "Alkoholfreie Getränke" im Schnitt 7,9 Prozent kostspieliger waren als vor einem Jahr, war in erster Linie auf die um 20 Prozent gestiegenen Kaffeepreise zurückzuführen.

Massiver Teuerungssprung im Vergleich zum Februar

Im Monatsabstand gab es diesmal einen massiven Teuerungs-Sprung von 1,2 Prozent. Hauptpreistreiber war die Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe", die sich wegen des Wechsels von Winterkollektion auf Frühjahrs-/Sommerkollektion im Schnitt um 10,5 Prozent verteuerte. Bekleidungsartikel kosteten im März um 13 Prozent mehr als im Februar, Schuhe um 6 Prozent mehr.

Inflation in der gesamten EU hoch
Die Inflationsrate in der EU ist im März gegenüber dem Vergleichsmonat 2010 weiter gestiegen. Im Euroraum gab es ein Plus von 2,7 Prozent, in den EU-27 betrug die Erhöhung sogar 3,1 Prozent, geht aus den am Freitag veröffentlichten Daten von Eurostat hervor.

Inflations-Musterschüler Irland, Schlusslicht Rumänien
Die niedrigsten Raten im Jahresabstand wiesen im März Irland (1,2 Prozent), Schweden (1,4) und Tschechien (1,9) auf. Die höchsten Steigerungen verzeichneten Rumänien (8,0 Prozent), Estland (5,1), Bulgarien und Ungarn (je 4,1). In Österreich lag der Wert nach der EU-Berechnungsmethode bei 3,3 Prozent.

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