Brisanter Rad-Test

Kinderräder mit Brems-Problemen, auch Helme problematisch

Bei Radhelmen für Kinder gibt es noch viel Verbesserungsbedarf, warnt der ÖAMTC, etwa die Sichtbarkeit im Dunkeln. Die Kinderräder selbst haben oft viel zu starke Vorderbremsen, mahnt der VKI.

Der Mobilitätsclub ÖAMTC und seine Partnerorganisationen haben 18 aktuelle Fahrradhelme für Kinder getestet. Das Ergebnis: 16 Modelle wurden mit "befriedigend" bewertet, zwei erreichten ein "genügend". ÖAMTC-Experte Dominik Darnhofer: "Einerseits ist es natürlich erfreulich, dass diesmal kein Helm durchgefallen. Andererseits zeigt unser Test, dass es bei jedem Modell in mindestens einem Bereich noch Luft nach oben gibt." So wurden bei einer Reihe von Produkten z. B. Mängel bei der Sichtbarkeit im Dunkeln festgestellt – ein Problem, das sich ohne großen Aufwand beheben ließe.

 "Der beste Helm im Test ist gleichzeitig das günstigste Produkt. Trotzdem verfügt das 15-Euro-Modell von Lidl/Crivit über leistungsfähige Reflexionsstreifen und sogar ein integriertes aktives Rücklicht", betont der ÖAMTC-Techniker. "Man sieht also, dass sicherheitsrelevante Merkmale keine Preisfrage sind – es ist daher unverständlich, warum nicht alle Hersteller wenigstens auf gute Reflexionseigenschaften der Radhelme Wert legen."  

Bei 5 von 11 Fahrrädern ist die Bremsleistung problematisch  

Passend zum Frühlingsbeginn werden Kinderfahrräder gerne zu Ostern verschenkt. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat in Kooperation mit Stiftung Warentest elf 14-Zoll-Fahrräder für Kinder im Alter von etwa drei bis fünf Jahren getestet. Nur ein Kinderfahrrad konnte mit einer „guten“ Bewertung überzeugen. Fünf Räder erhielten aufgrund problematischer Bremsen ein „nicht zufriedenstellend“. Die restlichen Räder erhielten eine „durchschnittliche“ Bewertung.

Vorderbremsen zu stark!

Getestet wurden Marken wie Bulls, Cube, Decathlon, Puky oder Woom, deren Preisspanne von 115 bis 533 Euro reicht. Von elf Fahrrädern fielen fünf durch problematische Bremsen auf. Bei vier Rädern sind die Vorderbremsen gefährlich stark – und zwar bei den getesteten Modellen von Academy, Bachtenkirch, Bikestar und Cube. Im Praxistest verloren einige Kinder dadurch die Kontrolle und stürzten über den Lenker, blieben aber – auch dank Helm – unverletzt. Ein weiteres Rad von Dino Bikes fiel aufgrund einer zu schwachen Hinterbremse durch. Zudem brach beim Belastungstest der Gabelschaft. Das ist das senkrechte Rohr, das die Fahrradgabel mit dem Lenker verbindet. 

In den Sätteln von Academy, Bulls, Cube und Puky wurden hohe Mengen Benzo(ghi)perylen gefunden. Dabei handelt es sich um einen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoff (PAK), der im Verdacht steht, erbgutverändernd zu wirken. Im Sattel von Bikestar wurden wiederum hohe Mengen des Weichmachers DPHP nachgewiesen. Dieser Weichmacher ist zwar nicht verboten, in Kinderprodukten sollte aber laut Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) darauf verzichtet werden. DPHP schädigte im Tierversuch Schilddrüse und Hirnanhangdrüse.

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