Italien schlittert in die Rezession

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Nachdem Italien zum zweiten Mal in drei Jahren erneut in die Rezession geschlittert ist, gerät Premier Matteo Renzi politisch unter Beschuss. Oppositionsparteien werfen ihm vor, dass seine Strategie zur Wirtschaftsankurbelung gescheitert sei. Die rechtspopulistische Lega Nord forderte Renzis Rücktritt.

"Sollte es nicht bald zu einer entscheidenden Wende mit einer strukturellen Senkung des Steuerdrucks auf Unternehmen und Lohnnebenkosten, wird ganz Italien an China verkauft", klagte der Lega-Fraktionschef im Senat, Gian Marco Centinaio. Auch Beppe Grillo, Gründer der populistischen Fünf Sterne-Bewegung, kritisierte: "Italien ist wieder in die Rezession gestürzt. Das ist das Wachstum, das Renzi versprochen hatte."

"Renzi hat die Sparpolitik seiner Vorgänger fortgesetzt und das sind die Resultate", betonte Daniele Capezzone, Parlamentarier der oppositionellen Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi.

Italien ist wegen des niedrigen Wirtschaftswachstums, der hohen Arbeitslosigkeit und der rasant steigenden Verschuldung wieder zum schwachen Mitglied des Euroraums geworden, warnten Wirtschaftsexperten. "Die Wirtschaftslage in Italien entspricht nicht unseren Erwartungen, doch wir sind auf dem richtigen Weg ", hatte Renzi betont. Wichtig sei es, die notwendigen Reformen im politischen und wirtschaftlichen Bereich durchzusetzen. Dass sich die Opposition bei seinen Plänen zur Überwindung des gleichberechtigten Zwei-Kammern-Systems querlegt, macht ihm zu schaffen.

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