Italiens Krisenbank Monte Paschi offen für Bündnis

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Die defizitäre Bank Monte dei Paschi di Siena ist nach Aussage von Verwaltungsratschef Alessandro Profumo offen für ein Bündnis mit einem Rivalen, um der geforderten 2,5 Mrd. Euro schweren Kapitalerhöhung zu entgehen.

"Generell sage ich, wenn es Bankengruppen gibt, die an 100 Prozent der Bank interessiert sind, haben wir die Pflicht, jeden Vorschlag zu prüfen", sagte Profumo der Tageszeitung "Il Sole 24 Ore". Gefragt wurde er zu Gerüchten über einen Zusammenschluss mit der italienischen Großbank Intesa Sanpaolo. Auch ein Bündnis mit einem ausländischen Konkurrenten könne er nicht ausschließen. Bisher sei aber niemand an die Bank herangetreten, stellte er klar.

Ende September hatte das Management von Intesa Gerüchte über ein Bündnis mit Monte dei Paschi dementiert. Am Montag stellte die Krisenbank einen verschärften Sanierungsplan vor, mit dem das älteste Geldhaus der Welt eine Verstaatlichung abwenden will. Anleger reagierten erfreut: Die Aktien der Bank legten am Dienstag zu Handelsbeginn um gut fünf Prozent zu.

Die Traditionsbank war im Zuge der Schuldenkrise und wegen riskanter Derivategeschäfte in Schieflage geraten. Die Regierung hat dem Geldhaus bereits Anfang des Jahres mit 4,1 Mrd. Euro unter die Arme gegriffen. Für eine Genehmigung der Staatshilfe reichte der EU-Kommission der bisherige Sparplan aber nicht aus. Sie fordert von Monte Paschi, 2,5 Mrd. Euro am Markt aufzunehmen.

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