Japans Wiederaufbau kostet 170 Mrd. Euro.

Wirtschaft wird leiden

Japans Wiederaufbau kostet 170 Mrd. Euro.

Der Risikobewerter RMS rechnet sogar mit bis zu 211 Millarden Euro.

Japan kann die enormen Kosten für den Wiederaufbau der durch das Jahrhundertbeben zerstörten Infrastruktur nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's stemmen. "Die japanische Regierung hat die finanzielle Kraft und Kreditwürdigkeit, um mit der Katastrophe fertig zu werden", sagte Moody's-Experte Thomas Byrne am Montag. Die Kosten dürften doppelt so hoch ausfallen wie nach dem schweren Erdbeben von Kobe 1995. Experten schätzen den Schaden auf mehr als 170 Mrd. Euro. Die Regierung hat bereits einen Nachtragshaushalt angekündigt, der zu einem Großteil über neue Schulden finanziert werden dürfte.

Bonität
Moody's bewertet die Bonität des Landes derzeit mit der Note Aa2. Japanische Staatsanleihen gelten damit als "sichere Anlage", obwohl die Schulden die jährliche Wirtschaftsleistung um das Doppelte übertreffen.

Wirtschaft wird leiden
Moody's schließt nicht aus, dass die Wirtschaft schlimmer unter den Katastrophenfolgen leiden wird als bisher angenommen. Gelinge es nicht, das Ausbreiten der radioaktiven Strahlung auf den Umkreis des Atommeilers von Fukushima zu begrenzen, könnte ein drastischer Rückgang des Verbrauchervertrauens die Wirtschaft stark belasten. "Wenn das verbunden ist mit Stromausfällen, die die Wiederaufnahme der Produktion auf Vorkrisenniveau deutlich verzögern kann, dürfte die Wirtschaft im Gesamtjahr schrumpfen", sagte Byrne. Wegen der enormen Investitionen in den Wiederaufbau könne das Bruttoinlandsprodukt ab dem zweiten Halbjahr aber wieder zulegen.


RMS: Katastrophe kostet bis zu 300 Milliarden Dollar
Durch das Erdbeben in Japan und den anschließenden Tsunami ist der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt Experten zufolge ein Schaden in dreistelliger Milliardenhöhe entstanden. Die Kosten für die japanische Wirtschaft würden sich ersten Schätzungen zufolge insgesamt voraussichtlich auf 200 bis 300 Mrd. Dollar (141 bis 211 Mrd. Euro) belaufen, teilte die Risikobewertungsgesellschaft RMS am Montag mit.

Nur ein kleiner Teil davon sei von Versicherern gedeckt. Es sei allerdings noch zu früh, eine Schätzung für den Gesamtumfang der versicherten Schäden abzugeben. In die Schätzung flossen Kosten ein, die durch das Erdbeben und den Tsunami sowie durch Stromausfälle und die vorübergehende Stilllegung von Atomkraftwerken entstanden.