"Geld einnehmen"

OpenAI in Zwickmühle zwischen Börsegang und Milliardenklage

Die ChatGPT-Firma will durch Werbung Geld einnehmen. Ein Börsegang soll angedacht sein. Man brauche schnell Geld, heißt es von Insidern.

Die ChatGPT-Entwickler von OpenAI haben angekündigt, dass es demnächst Werbung im Antworten-Verlauf ihres KI-Chatbots geben soll: Kein Wunder, denn seit dem Start kostet OpenAI sehr viel Geld. Einen hohen Dollar-Milliardenbetrag soll allein OpenAI-Partner Microsoft bereits in das Unternehmen von Sam Altman gesteckt haben, dazu kommen Ausbaupläne in inzwischen schon vierstelliger Milliardenhöhe. Nun will OpenAI in den USA testweise mit Werbung beginnen, und zwar nicht nur bei Gratis-Usern, sondern auch in der günstigsten Bezahl-Variante „ChatGPT Go“. 2024 sagte Altman zwar noch, dass er persönlich diese Form der Monetarisierung „hasse“, aber die Zeiten ändern sich.

Alle jagen OpenAI

Es gibt nicht nur die teuren KI-Rechenzentrums-Pläne, auch juristische Zores stehen ins Haus. Als prominenter Kläger tritt Elon Musk auf, der inzwischen voll unter die KI-Konkurrenzhersteller gegangen ist: Musk fordert vor Gericht jetzt stolze 109,4 Milliarden Dollar (mehr als 94 Mrd. Euro) von OpenAI. Das Verfahren ist brisant: Musk hat OpenAI mitgegründet und die knapp 110 Dollar-Milliarden sind – seiner Meinung nach – das Geld, das ihm daraus zustehe.

Dazu passen zwei aktuelle Thesen um OpenAI: Die erste lautet, dass dem ChatGPT-Unternehmen spätestens 2027 das Geld ausgehen könnte, wenn sich nicht grundlegend etwas ändert. Geäußert hat diese Befürchtung der Analyst und New York-Times-Kolumnist Sebastian Mallaby. Er verweist auf auf die von OpenAI verkündeten Pläne, dass das Unternehmen bis 2030 profitabel sein will, und befürchtet auf Basis einer Hochrechnung, dass das Geld bis dahin nicht reicht. Das zweite Gerücht ist, dass OpenAI spätestens 2027 an die Börse gehen will. Bei einer erhofften Bewertung von 500 bis 1000 Milliarden Dollar wären zumindest für eine Zeit wohl alle Geldsorgen vorbei – es wäre das teuerste IPO der Geschichte. Freilich würde das für OpenAI ganz ungewohnte Transparenzpflichten bringen. Auch dazu hat Sam Altman einen launigen Sager losgelassen: „Wäre ich begeistert, CEO eines börsenotierten Unternehmens zu sein? Null Prozent.“ Es bleibt also spannend.

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