Das insolvente Möbelhaus Interio soll weitergeführt werden. Dafür müssen jedoch die Filialen in Wien und Linz schließen, wodurch zehn Beschäftigte in Österreich ihren Arbeitsplatz verlieren.
Donnerstag gaben die Gläubigerschützer Creditreform und AKV bekannt, dass das insolvente Möbelhaus Interio weitergeführt werden soll, dafür jedoch einschneidende Maßnahmen nötig sind.
Die Filialen in Wien-Mariahilf und in Linz werden mit Anfang Juli 2026 aufgelassen, was für 10 Beschäftigte den Verlust ihres Jobs bedeutet. Auch für den Standort in Graz sieht es kritisch aus, da hier ein Räumungsverfahren anhängig ist. Zudem soll das Zentrallager in Traiskirchen laut AKV strukturell angepasst werden, um dringend benötigte Kosten einzusparen. Obwohl das österreichische Unternehmen mit offiziellem Sitz in Vösendorf derzeit kostendeckend arbeitet, sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen äußerst herausfordernd und die Umsätze liegen unter den Erwartungen.
Weitere harte Maßnahmen geplant
Neben der operativen Sanierung werden derzeit weitere Schritte zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation geprüft, wie beispielsweise die Geltendmachung von Anfechtungsansprüchen. Ebenso sollen die Forderungen und Zahlungsströme innerhalb der gesamten Gruppe genau analysiert werden. Für Interio ist dies bereits die zweite Insolvenz, nachdem das offiziell als „Magazin 07 Möbel und Einrichtungen Vertriebsgesellschaft m.b.H.“ firmierende Unternehmen schon im Jahr 2024 Insolvenz anmelden musste. Zum Zeitpunkt der aktuellen Insolvenzeröffnung beschäftigte der Betrieb insgesamt 37 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Entscheidung am Landesgericht fixiert
Der aktuelle Sanierungsplan sieht eine Quote von 20 Prozent vor, die binnen zwei Jahren ab der Annahme des Plans zahlbar sein soll. Die Erfüllbarkeit hängt laut den Experten von der Umsetzung der Restrukturierung und dem weiteren Geschäftsverlauf ab. Die entscheidende Abstimmung über den Sanierungsplan findet am Donnerstag, 11. Juni, am Landesgericht Wiener Neustadt statt. Bei der heutigen Tagsatzung am Donnerstag wurden von den angemeldeten Gesamtforderungen in Höhe von 6,17 Millionen Euro von 158 Gläubigern vorerst 3,43 Millionen Euro anerkannt, während die übrigen 2,74 Millionen Euro bestritten werden.