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Österreichs Außenhandel weiterhin schaumgebremst

Österreichs Außenhandel ist im Juni noch stärker eingebrochen. Der Rückgang bei den Exporten erhöhte sich im Jahresabstand auf 25 %, nach einem Minus von 22,1 % im Mai. Die Importe lagen im Juni um 24,7 % tiefer als ein Jahr davor, im Mai waren es um 21,4 % weniger gewesen. Vor allem die Ausfuhren in die anderen EU-Staaten gingen stark zurück (-26,4 %), während bei den Importen aus Drittstaaten (-29,8 %) der Einbruch besonders kräftig ausgefallen ist.

Im Juni sackten die Exporte um 25 % auf 7,889 Mrd. Euro ab, während die Einfuhren um 24,7 % auf 8,024 Mrd. Euro zurückgingen. Daraus resultierte ein Importüberschuss von 135 Mio. Euro.

Von den Ausfuhren ging mit 5,636 Mrd. Euro der Löwenanteil in die EU, bei den Einfuhren nach Österreich war der EU-Anteil im Juni mit 6,092 Mrd. Euro noch etwas höher. Dementsprechend gab es zu den EU-27 einen Importüberschuss von 456 Mio. Euro, gegenüber Drittstaaten dagegen einen Ausfuhrüberschuss von 322 Mio. Euro.

Durch die Wirtschaftskrise hat sich der Rückgang der Ein- und Ausfuhren ab November 2008 stark bemerkbar gemacht und im 1. Halbjahr 2009 - außer im März - in beiden Verkehrsrichtungen die Marke von minus 20 % überschritten, wie die Statistik Austria erinnert.

Herbe Rückschläge bei Maschinen/Fahrzeugen im Halbjahr

Im gesamten 1. Halbjahr gingen die Warenexporte Österreichs um 24,5 % auf 45,849 Mrd. Euro zurück. Bei der wichtigsten Exportgruppe Maschinen und Fahrzeuge wurde dabei ein Minus von 30,6 % verzeichnet, bei bearbeiteten Waren waren es minus 30,9 %. Schwächer fielen die Rückgänge bei chemischen Erzeugnissen (-9,3 %) sowie Ernährung (-8,6 %) aus. Die Ausfuhren in die übrigen EU-Staaten rutschten um 26,3 % auf 32,696 Mrd. Euro ab, gegenüber Drittstaaten um 19,7 % auf 13,154 Mrd. Euro.

Die Importe verringerten sich von Jänner bis Juni im Jahresabstand um 21,2 % auf 47,74 Mrd. Euro, hier ebenfalls besonders stark gegenüber der EU (-23,2 % auf 34,578 Mrd. Euro), während die Einfuhren aus Drittstaaten weniger stark zurückgingen (-15,5 % auf 13,162 Mrd. Euro). Das Passivum der Handelsbilanz im 1. Halbjahr betrug 1,891 Mrd. Euro und resultierte fast zur Gänze aus den Wirtschaftsbeziehungen mit der EU (-1,883 Mrd. Euro).

Um ein Drittel weniger Energie-Importe

Bei Brennstoffen und Energie gingen die Einfuhren im Halbjahr um 34,2 % besonders stark zurück, doch ist dies hauptsächlich eine Folge von Produktverbilligungen, Stichwort gesunkener Ölpreis. Bei Maschinen und Fahrzeugen gingen die Importe um 26,3 % zurück, bei bearbeiteten Waren um 30,5 %, bei chemischen Erzeugnissen um 11,3 % und bei Ernährung um 5,5 %.