Siemens will GE im Kampf um Alstom Stirn bieten

Siemens-Chef Joe Kaeser ringt gegen den US-Konzern General Electric um die Energietechnik der französischen Alstom. "Wenn irgendein Wettbewerber gedacht hat, wir wären gerade so sehr mit uns selbst beschäftigt, dass wir nicht jederzeit und überall handlungsfähig sind, dann war das ein ziemlicher Irrtum", so Kaeser laut Mitarbeiterzeitung "Siemens Welt".

"Wir sind und bleiben sehr handlungsfähig - strategisch und finanziell", betonte Kaeser. Spekulationen, Siemens könnte im Kampf um die Alstom-Energietechnik sein gesamtes Bahngeschäft an die Franzosen übertragen, trat der Manager entgegen. "Ich kann unseren Mitarbeitern versichern, dass wir langfristig im Bahngeschäft engagiert bleiben wollen - egal in welcher Konstellation. Wie dann gegebenenfalls Mehrheitsverhältnisse kurz und langfristig aussehen würden, müsste man sehen", erklärte der Siemens-Boss. Die IG Metall hatte bereits gefordert, Siemens dürfte den Zugriff auf die Zugtechnik nicht verlieren.

Siemens tut sich gerade schwer mit den Franzosen. Kaeser hatte für ein von der Politik gefordertes Gebot als Retter vor GE mehr Informationen von Alstom verlangt. Das Unternehmen, das sich für ein Zusammengehen mit den Amerikanern ausgesprochen hatte, zeigt den Münchnern indes die kalte Schulter. Jeder alternative Bieter bekäme die gleichen Informationen wie GE auch, erklärte eine Sprecherin am Mittwochabend.