Am 1. April erhöhen die großen drei Anbieter. Neue Diskonter mischen mit, unter anderem die Post.
Es ist Bewegung im österreichischen Mobilfunkmarkt. Zwei von drei Handy-Kunden müssen ab 1. April mehr zahlen. Grund ist die Anpassung der Tarife an die Teuerung mittels Verbraucherpreisindex (VPI).
• Magenta beschränkt die Erhöhung von 3,5% auf die Grundgebühr. „Zusatzpakete und die Servicepauschale bleiben gleich.“
• A1 erhöht das monatlichen monatliche ebenfalls um 3,5 %. Bei A1 betrifft dies nicht nur die Kernmarke, sondern auch Tochtermarken bob und Red Bull Mobile.
• Yesss! ist die Diskontmarke von A1, hier werden die Preise nicht angehoben.
• Drei (Hutchison) erhöht als Dritter der drei großen Mobilfunkanbieter ebenfalls die Entgelte. Hier könnte der Preisschock für manche Kunden am heftigsten ausfallen. Da der Anbieter im Vorjahr auf eine Indexanpassung verzichtet hatte, wird nun teilweise „nachgeholt“. Je nach Vertragsabschluss müssen Kunden von Drei mit Steigerungen zwischen 1 und bis zu 6,5 % rechnen. Rund 60 % der Vertragskunden sind von diesen Klauseln betroffen.
Angebote zu Ostern
Alle drei Branchenriesen verweisen derzeit auf attraktive Osterangebote, die es zu Top-Handys, aber auch Breitband-Internet-Anschlüssen gibt.
Neu als Diskonter: Hörbi und Yelllow
Offensive. Anbieter wie HoT, spusu, Georg oder Liwest Mobil verzichten traditionell auf Wertsicherungsklauseln. Hier bleibt der Preis, der bei Abschluss vereinbart wurde, in der Regel stabil – oder sinkt bei neuen Aktionen sogar, während das Datenvolumen steigt.
• Hörbi. Der Mobilfunkanbieter Drei hat im März die Diskontmarke „Hörbi“ auf den Markt gebracht. Zwei Tarife werden vorerst angeboten: 7,49 Euro für 200 GB und 5G oder 4,99 Euro für 60 GB monatlich. Versprochen wird ein garantierter Fixpreis ohne jährliche Erhöhung und Bindung sowie ohne Servicepauschale und Mindestvertragslaufzeit. Bei Bedarf können Zusatzpakete erworben werden, wie für Roaming oder höhere Datenmengen. Die Abbuchung erfolgt monatlich im Voraus.
• Yelllow. Neu im Mobilfunkgeschäft ist ab 1. April auch die Österreichische Post. Die Post startet am 1. April ihr
neues Mobilfunkangebot „Yelllow“ und will sich durch „einfache, leicht verständliche Angebote und echte Beratung“ von den vielen Mitbewerbern abgrenzen, so Post-Chef Walter Oblin diesen Donnerstag.
Post-Generaldirektor Walter Oblin
Zum Start bietet der neue Mobilfunkanbieter vier Handytarife ohne Vertragsbindung an, das Netz kommt von der
Telekom Austria A1.
Angeboten werden Mobile S, M, L, 65 Plus mit Kosten zwischen 8,09 und 18,89 Euro/Monat.
spusu legendär-Tarif kehrt zurück
Die jährliche Indexanpassung sorgt in der Branche für Aufsehen, denn ab Mittwoch, 1. April, ziehen die Preise kräftig an. Basis ist wie beschrieben der Verbraucherpreisindex-Anstieg von 3,5 %. Da viele Verträge eine Wertsicherungsklausel enthalten, trifft das fast zwei von drei Mobilfunkkunden.
„In Österreich ist rund die Hälfte aller Handytarife indexgesichert. Ein genauer Vergleich lohnt sich hier definitiv. Wer auf einen Tarif ohne Wertsicherungsklausel umsteigt, kann sich dauerhaft vor automatischen Preiserhöhungen schützen“, sagt „spusu“-
Gründer Franz Pichler.
Wer heutzutage immer noch über 20 Euro für seinen Handytarif bezahle, sollte laut Pichler wechseln. „spusu“ bringt den „spusu legendär“-Tarif um 9,90 Euro mit 100 GB Datenvolumen zurück. Die 5G-Variante kostet 14,90 Euro für 150 GB. „Um den Konsumenten den Wechsel noch schmackhafter zu machen, sind die ersten 4 Monate gratis“, so der Gründer. Das Unternehmen kümmere sich dabei um die Kündigung und Rufnummernmitnahme.
Branche senkt die Teuerung insgesamt
Bilanz. In der Gesamtbetrachtung wirke die Mobilfunkbranche inflationsdämpfend, heißt es in der Aussendung weiter. Die Preise bei Neukundenangeboten sind seit 2020 um 36,4 % gesunken. Die Preise für Bestandskunden stiegen durch die Wertsicherungsklauseln nämlich um 28,2 % an. Diese profitieren dafür oft von verbilligten Top-Smartphones oder anderen Kombi-Angeboten. Rund um Ostern, das ist klar, tobt die Preisschlacht. Da gibt es viele Angebote - und eben jetzt auch neue Anbieter.