Der VW-Konzern steht vor der nächsten dramatischen Wendung. Bei einem geheimen Krisen-Gipfel geht es jetzt ans Eingemachte – Tausende Mitarbeiter müssen um ihre Jobs zittern.
In der Autobranche kündigt sich das nächste Spar-Beben an. Die Chefetage des Volkswagenkonzerns kommt am Montag hinter verschlossenen Türen im Aufsichtsrat zusammen. Es geht um die nächsten Schritte der Sanierung – und das bedeutet nichts Gutes für die Belegschaft.
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Nachdem bereits wochenlang über drohende Werksschließungen und Massenentlassungen spekuliert wurde, könnte es jetzt wirklich ernst werden. Das Management will den strengen Sparkurs offenbar mit der Brechstange durchsetzen. Man spricht von "maßgeblichen Veränderungen" im gesamten Konzern. "Die Situation ist bedrohlich", gab ein Gremiumsmitglied gegenüber dem "Handelsblatt" zu.
Schwere Vorwürfe
Die Arbeitnehmervertreter kochen vor Wut. Sie werfen dem Management schweres Versagen vor und wollen einen Kahlschlag unter allen Umständen verhindern. Der heutige Tag könnte eine dramatische Wendung in diesem Machtkampf bringen. Wenn diese Drohungen wahr werden, steht nicht weniger als der größte Industrie-Konflikt der letzten Jahrzehnte bevor. Die Nerven liegen auf allen Seiten blank.
Besonders düster sieht es für Standorte aus, die ohnehin schon länger wegen mangelnder Auslastung in der Kritik stehen. Insider rechnen damit, dass der Vorstand die konkreten Streichlisten auf den Tisch legt. In einem möglichen Beschlusspapier soll beschlossen werden, dass das etwa Produktportfolio verkleinert wird, etwaige Beteligungen, die nicht rentabel sind sollen geprüft werden und der Investitionsplan für die kommenden Jahre soll drastisch reduziert werden. Das Management will sich künftig offenbar stärker auf renditestarke Modelle konzentrieren und unprofitable Fahrzeuge aus dem Programm nehmen.
Der Sparplan soll sogar so weit gehen, dass man eine Streichung von insgesamt einer Million Autos spricht. Vor allem die Werke in Deutschland könnten laut dem Bericht den Einsparungsmaßnahmen zum Opfer fallen. Konkret geht es dabei um die Standorte in Emden, Zwickau und Hannover, sowie das Audi-Werk in Neckarsulmer.