Lob von Wifo und IHS

Starker Aufschwung

Wirtschaft wächst 2011 kräftiger

Der exportgetriebene Aufschwung wird durch Investitionsbelebung selbsttragend.

Österreichs Wirtschaft wird heuer kräftiger wachsen als noch vor einigen Monaten angenommen. Wifo und IHS haben am Freitag die BIP-Prognose für Österreich angehoben, sie erwarten nun für 2011 an die 2 1/2 Prozent realen Anstieg, für 2012 aber kaum mehr als 2 Prozent. Weiter leicht entspannen wird sich der Arbeitsmarkt, die Arbeitslosenzahl bleibt aber auch nächstes Jahr höher als vor der Wirtschaftskrise. Stark angeheizt wird die Teuerung aufgrund der hohen Ölpreise: Heuer wird die Inflation im Jahresschnitt bis auf 2,8 Prozent anspringen und auch nächstes Jahr noch 2,4 Prozent betragen.

Plus 2,5 Prozent
Wifo und IHS erwarten für 2011 ein reales BIP-Plus von 2,5 bzw. 2,3 Prozent, rund einen Viertel Prozentpunkt mehr als noch im Dezember angenommen. Für 2012 bleibt das Wifo bei 2,0 Prozent, und das IHS senkt sogar um 0,2 auf 2,1 Prozent. Getragen wird der anhaltende Konjunkturaufschwung von den Exporten, die wegen der guten Weltwirtschaft weiter boomen und real um heuer knapp 9 Prozent und nächstes Jahr 7 bis 8 Prozent zulegen dürften. Mittlerweile greift der Exportaufschwung auch auf die Investitionen über, der Aufschwung könnte damit selbsttragend werden, meint das Wifo. Allerdings werde 2011 möglicherweise die Spitze des Konjunkturzyklus, so das IHS.

Die größten Risiken für den Aufschwung sehen die Experten sowohl des Wifo als auch des IHS in den Verteuerungen der Rohstoffe, etwa von Öl - vor allem wegen der Unruhen im arabischen Raum. Noch höhere Energiepreise könnten die reale Kaufkraft der privaten Haushalte weiter reduzieren, warnt das IHS. Zudem könnte die hohe öffentliche Verschuldung einiger Länder über höhere Zinsen und Vertrauensverluste die Wirtschaft im Euroraum dämpfen. Durch ein noch stärkeres Wachstum in Deutschland könnte jedoch - als positive Überraschung - das BIP-Plus Österreichs höher ausfallen als derzeit angenommen.

Reallöhne sinken
Aufgrund der höheren Inflation werden in Österreich die Reallöhne pro Kopf 2011 sogar sinken, nimmt das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) an, und erst 2012 wieder etwas steigen. In den noch anstehenden KV-Verhandlungsrunden im Frühjahr werde die Inflationsbeschleunigung ebenfalls berücksichtigt werden, erklärte das Wifo am Freitag bei der Vorlage der neuen Konjunkturprognose.

   Zusätzlich gedämpft wird laut IHS das Lohnwachstum in Österreich durch den anhaltenden Trend zur Beschäftigung in Teilzeit und im Niedriglohnbereich, der eine weiterhin negative "Lohndrift" bewirke: Die Effektivlöhne steigen weniger stark als die Tariflöhne.

   Die Arbeitslosenrate sieht das Wifo heuer und nächstes Jahr auf 6,4 und 6,3 Prozent sinken, nach Eurostat-Definition wären das 4,1 bzw. 4,0 Prozent. Aus Wifo-Sicht stehen Quoten von 6,8 und 6,7 Prozent bzw. jeweils 4,3 Prozent ins Haus. Absolut sieht das Wifo die Arbeitslosenzahl 2011 und 2012 bei knapp 235.000 bzw. 230.000 Personen.