In einem intimen Mediengespräch reflektiert Bärbel Schäfer mit bemerkenswerter Offenheit über die schmerzhafte Erfahrung von Fehlgeburten und die Herausforderungen einer späten Mutterschaft.
Es sind jene Zäsuren im Leben, in denen die Welt für einen Herzschlag lang stillzustehen scheint. Für die 60-jährige Katja Burkard war es jener Moment, als zwei zarte Streifen auf einem Teststäbchen ihre gesamte Existenz neu ordneten. „Ich war auf einmal ein anderer Mensch“, erinnert sie sich heute an jenen ersten positiven Schwangerschaftstest.
Doch wo für die eine das pure Glück Einzug hielt, hinterließ das Schicksal bei der anderen tiefe Narben. Bärbel Schäfer, 62, ist auch mit der Schattenseite der Hoffnung vertraut. Sie weiß um das Leid, wenn die Vorfreude im vierten Monat jäh zerbricht – inmitten einer Routineuntersuchung, die eigentlich Gewissheit spenden sollte und stattdessen in einem Albtraum mündete.
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Ein spätes Familienglück unter dunklen Wolken
In der aktuellen Folge von Burkards Podcast „Glow Up Your Life“ sprachen die beiden Moderatorinnen am Montag, dem 30. März 2026, mit bemerkenswerter Offenheit über die Licht- und Schattenseiten ihrer späten Mutterschaft. Katja Burkard, heute Mutter zweier Töchter, schenkte ihrem ersten Kind mit 36 Jahren das Leben. Bärbel Schäfer, die zwei Söhne großzieht, war bei der ersten Entbindung 41 Jahre alt.
Der Weg dorthin war jedoch für Schäfer von schmerzlichen Rückschlägen gezeichnet. Oft begleitete sie bei ihren Schwangerschaften ein „mulmiges Gefühl“, da es zuvor mehrfach nicht glücken wollte: „Man hatte ja manchmal zwei Striche, aber dann eben doch eine Fehlgeburt.“
Diese Erfahrungen ließen sie vorsichtig werden; die frohe Botschaft teilte sie anfangs ausschließlich mit ihrem Ehemann. Im Gegensatz dazu beschreibt Burkard den Moment des positiven Tests als eine vollkommene Metamorphose: „Ich habe das noch so deutlich vor Augen, dass ich mit diesem Schwangerschaftstest auf einmal ein anderer Mensch war.“ Sofort habe sie den Drang verspürt, das neue Leben zu protegieren, und legte fortan gesteigerten Wert auf eine gesundheitsbewusste Lebensführung.
Wenn die Stille im Behandlungszimmer unerträglich wird
Bärbel Schäfer schildert im Gespräch eine traumatische Fehlgeburt im vierten Monat. Ihr ältester Sohn war zu diesem Zeitpunkt bereits geboren. Sie erinnert sich an einen jungen Assistenzarzt, dessen Verhalten während des Ultraschalls plötzlich in Hektik umschlug: „Der wechselte die Gesichtsfarbe und rannte raus. Dann dachte ich schon, das ist jetzt aber ein sonderbares Verhalten, und er kam auch erstmal nicht wieder. Diese Minuten waren so unangenehm.“
Obwohl sie heute nicht mehr in aktiver Trauer verweilt, bleiben die existentiellen Fragen: „Wie alt wäre das Kind jetzt und was würde es machen? Was wäre das für ein Typ geworden?“
Karrieredruck und die Suche nach dem Richtigen
Die späte Familiengründung lässt beide Frauen heute über die eigene Endlichkeit reflektieren. Katja Burkard treibt die Sorge um die körperliche Fitness um: „Wie fit werde ich sein, wenn meine Kinder mal-... gibt's mich dann überhaupt noch?“ Die Befürchtung, dereinst nicht die vitale Großmutter sein zu können, die sie sich wünscht, ist präsent.
Schäfer begegnet diesem Thema mit einer Prise Humor:
„Sitzen wir dann schon tatterig herum und die Kinder und Enkelkinder kommen mal vorbei, machen ein Drei-Generations-Foto und hauen dann wieder ab? Aber keiner übergibt uns noch die Verantwortung für die Enkelkinder, weil wir dann wirklich schon so alt sind.“
Dass sich der Kinderwunsch erst nach dem 35. Lebensjahr erfüllte, verorten beide in gesellschaftlichen Realitäten. Schäfer verweist auf langwierige Ausbildungswege und den harten Wettbewerb am Arbeitsmarkt: „Wir sind top ausgebildet, [...] wir kommen rein in den Job und brauchen dann natürlich auch ein bisschen Zeit, um uns zu etablieren.“ Viele Frauen strebten erst eine gefestigte Position an, um nach der Karenz nicht in finanzielle Nöte zu geraten. Zudem habe sie erst spät den Partner gefunden, dem sie die Vaterrolle und das Teilen ihrer Werte zutraute.
„Auf den letzten Drücker“ zum gemeinsamen Glück
Trotz der durchgestandenen Prüfungen überwiegt das Resümee der Dankbarkeit. Bärbel Schäfer betont, dass sie durch die Lebenserfahrung eine „innere Ruhe“ gewonnen habe und das Gefühl genieße, nichts versäumt zu haben. „Ich weiß gar nicht, ob ich vorher Verantwortung hätte übernehmen können“, gesteht sie freimütig.
Das späte Zusammentreffen mit ihrem Ehemann Michel Friedman, 70, betrachtet sie als schicksalhafte Fügung: „Manchmal sagen mein Mann und ich: Das ist so ein Glück, dass wir uns zwar spät kennengelernt haben, aber dass wir gerade so auf den letzten Drücker noch diese Familie gegründet haben.“