Stars gefeuert

Kündigungswelle im TV: Nach RTL greift nun auch das ZDF hart durch

Hinter der glanzvollen Präsentation des Neuzugangs Marvin Fischer verbirgt sich beim ZDF-Magazin „hallo Deutschland“ ein radikaler personeller Kahlschlag, der das unfreiwillige Ende der Ära für Tim Niedernolte, Lissy Ishag und Babette von Kienlin besiegelt. 

Mit demonstrativem Stolz präsentierte das ZDF am Dienstagmittag eine personelle Erweiterung für das Erfolgsformat „hallo Deutschland“ – unerwähnt blieb in der offiziellen Aussendung hingegen der überraschende Abschied von gleich drei charakteristischen Gesichtern des Senders.

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Beim Mainzer Lerchenberg stehen die Zeichen auf Zäsur: Marvin Fischer wird ab dem Sommer 2026 das Moderationsteam verstärken. Der Journalist wechselt vom Hessischen Rundfunk zum öffentlich-rechtlichen Flaggschiff nach Mainz. Künftig soll er das Magazin im regelmäßigen Wechsel mit Sandra Maria Gronewald (49) präsentieren, die – mit Unterbrechungen – bereits seit dem Jahr 2011 als konstante Größe durch das nachmittägliche Programm führt.

Die Folgen der personellen Neuausrichtung

Die Verpflichtung Fischers hat jedoch weitreichende Konsequenzen für die bisherige Besetzung. Drei der aktuell vier Moderatoren müssen das Feld räumen. Konkret betroffen von dieser Entscheidung sind:

  •     Tim Niedernolte (47)
  •     Lissy Ishag (47)
  •     Babette von Kienlin (63)

Die bisherige Vierer-Konstellation war das Resultat einer strukturellen Zusammenführung: Nach der Einstellung der Sendung „drehscheibe“ Ende 2023 wurden die Moderationsteams beider Formate fusioniert. Nun reduziert das ZDF die Riege wieder auf zwei Hauptverantwortliche. Offiziell begründet der Sender diesen Schritt mit dem Streben nach einer „höheren Wiedererkennbarkeit für das Format“, die durch zwei „prägende Köpfe“ gewährleistet werden solle. Damit steht fest: Der Rückzug von Niedernolte, Ishag und von Kienlin erfolgt keineswegs auf eigenen Wunsch.

 


 

Langjährige Karrieren vor dem Aus

Die Personalie birgt besondere Brisanz, da es sich bei den Betroffenen um etablierte Persönlichkeiten handelt, die teils über Jahrzehnte hinweg die Identität des Senders mitgeformt haben. Tim Niedernolte etwa begann seine Laufbahn beim ZDF bereits 2010 bei den Kindernachrichten „logo!“, bevor er ab 2014 zum Team der prestigeträchtigen „heute“-Hauptnachrichten stieß. Lissy Ishag übernahm im Juli 2013 die Moderation von „hallo Deutschland“. Ob für beide innerhalb des Hauses neue Aufgabenbereiche vorgesehen sind, bleibt vorerst im Unklaren.

Auch Babette von Kienlin zählt zu den Doyennes des Senders: Sie begleitete die „drehscheibe“ von der ersten Ausgabe im Jahr 1998 bis hin zur finalen Sendung 2023. Zuletzt fungierte sie bei „hallo Deutschland“ lediglich noch als Vertretung.

Eine Branche im Umbruch

Die aktuellen Entwicklungen am Lerchenberg spiegeln eine allgemeine Krisenstimmung innerhalb der TV-Landschaft wider. In den vergangenen Monaten sahen sich zahlreiche Mitarbeiter großer Sendeanstalten mit dem Verlust ihrer Positionen konfrontiert. Auch Mitbewerber wie RTL strichen prominente Stellen – so mussten etwa Annika Lau und Annett Möller sowie Laura Knöll vom SWR ihre Posten im Zuge weitreichender Einsparungsmaßnahmen räumen.

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