Klassische Musik

Petibon erobert "Noveau Monde"

Patricia Petibon
© APA/Deutsche Grammophon
Die Koloratursopranistin widmet sich mit aktueller CD der Barockmusik.
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Patricia Petibon gehört zweifelsohne zu jenen Sängerinnen im internationalen Klassikzirkus, die sich persönlich beständig neue Welten erobern und sich erkunderisch durch die Jahrhunderte und Musikstile bewegen. Ist sie derzeit noch mit ihrer CD "Melancholia. Spanische Arien und Lieder" auf Tournee, erscheint bereits die nächste Einspielung, die eine neuerliche Kehrtwende darstellt: "Nouveau Monde. Baroque Arias and Songs" vereint eine Kollektion bekannter und völlig unbekannter Werke aus Peru und London, aus Rom und Paris.

Überthema neue Welt
Petibon umschifft das Problem klassischer Soloalben - der fehlende rote Faden, der die Stücke als Einzelwerke in sich zerfasern lässt -, indem sie als Überthema die Neue Welt setzt. Die ist bisweilen im geografischen Sinne zu verstehen, wenn sie drei Stücke des spanischen Abenteurers und Priesters Baltasar Jaime Martinez Companon y Bujanda aus dem Peru des 18. Jahrhunderts aus dem Archiv ausgräbt oder in Jean-Philippe Rameaus "Les Indes Galantes" Indianer in Amerika auftreten lässt.

Exotische Instrumente verzaubern

Zugleich versteht sie die Eroberung neuer Welten auch im übertragenen Sinn, wenn sie illyrische Stücke von Purcell oder Händel beimischt. Das hervorragende Originalklangensemble La Cetra Barockorchester Basel unter Andrea Marcon ist zumindest für die erstere Kategorie ergänzt um "exotische Instrumente" wie eine südamerikanische Harfe und lässt ebenso wie Petibon der virtuosen Improvisation breiten Raum.

2013 wieder in Wien
Und die nächste neue Welt der Petibon ist bereits am Horizont zu sehen. Am 29. April 2013 wird der Bühnenfloh im Wiener Konzerthaus einen Liederabend mit Susan Manoff am Klavier geben. Zwar stehen mit Leonard Bernstein und Samuel Barber auch Vertreter der Neuen Welt am Tapet - aber aus einer gänzlich anderen Zeit.

Die Kultur-Highlights des Jahres 2012


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Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi

Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."

© Stephan Wyckoff

Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus Erl

Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.

© tirolerfestspiele.at

Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg

Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.

© APA/HERBERT P. OCZERET

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