Netta Barzilai

Gewinner

Song Contest: Israel-Sieg wird Politikum

Erste Debatte darüber, was der Sieg politisch und kulturell auslöst.

Nach ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest ist die israelische  Sängerin Netta  bei ihrer Rückkehr in die Heimat gefeiert worden. "Das ist ein großer Moment für mich, für uns als Delegation und für unser Land, das sonst nicht viel Grund zur Freude hat", sagte die 25-Jährige am Montag bei ihrer Ankunft auf dem internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv.
 
Video zum Thema: Netta gewinnt für Israel den ESC 2018

Siegerin

Sie freue sich sehr, "dass die Eurovision nächstes Jahr bei uns in Israel stattfindet", sagte sie. "Das ist Wahnsinn." Die sehr glücklich wirkende Netta tanzte am Flughafen zu ihrem Song "Toy". Am Montagabend, 14.5. wollte Netta auf dem zentralen Rabin-Platz in Tel Aviv auftreten. In einem spannenden Rennen hatte die Sängerin im knallfarbigen Outfit in der Nacht zum Sonntag in Lissabon den ESC-Sieg errungen.
 

Diashow: Song Contest: Die besten Bilder vom Finale

MELOVIN "Under The Ladder"

Amaia y Alfred "Tu Cancion"

Lea Sirk "Hvala, ne!"

"When We're Old"

Cesar Sampson "Nobody But You"

Elina Nechayeva "La Forza"

Alexander Rybak "That's How You Write A Song"

Claudia Pascoal - "O Jardim"

SuRie - "Storm"

Sanja Ilik & Balkania - "Nova Deca"

Michael Schulte "You Let Me Walk Alone".

Eugent Bushpepa "Mall"

Mikolas Josef mit "Lie To Me".

Rasmussen "Higher Ground"

Jessica Mauboy "We Got Love".

Saara Aalto "Monsters"

EQUINOX "Bones"

DOReDoS "My Lucky Day"

Benjamin Ingrosso "Dance You Off"

AWS "Viszlat Nyar"

Netta "Toy"

Waylon "Outlaw In Em"

Ryan O'Shaughnessy "Together"

Eleni Foureia "Fuego"

Letzter Sieg 

Es ist Israels vierter Sieg beim  Eurovision Song Contest . Zum letzten Mal siegte der jüdische Staat vor 20 Jahren mit Dana Internationals "Diva". Wie damals bedeutet dies auch heute, dass der nächste ESC-Wettbewerb im kommenden Jahr in Jerusalem stattfindet.

Schwierigkeiten

Doch es gibt bereits Debatten über damit verbundenen Schwierigkeiten, unter anderem die Frage der Finanzierung. Wenn das Finale im Mai 2019 wie üblich an einem Samstag stattfindet, könnte es zu Protesten strengreligiöser Juden wegen der Verletzung des jüdischen Ruhetags Sabbat kommen. Auch eine Massenanreise schwuler und lesbischer Fans zu dem Event könnte in dem eher religiös und konservativ geprägten Jerusalem zu zusätzlichen Spannungen führen. Dazu kommen Sicherheitserwägungen in einer Stadt, die häufig Schauplatz von Anschlägen war.

Politische Zwecke

Während die schrille Netta für Weltoffenheit steht, will Benjamin Netanjahu, Premier des Landes, den Sieg für politische Zwecke hernehmen. Er bezeichntete die Gewinnerin bereits als "echten Schatz" und führte einen Hühnertanz, passend zu ihrem Lied, auf. Jerusalem wurde von ihm umgehend als Austragungsort des nächsten Song Contests ausgerufen. Medien wie die SZ sehen diese Einstellung kritisch.