Lange Zeit galt sie als der ruhende Pol im stürmischen Windsor-Clan, als jene sanfte Kraft, die mit diplomatischem Geschick die Wogen zwischen den entfremdeten Brüdern zu glätten vermochte.
Jahrelang wurde Prinzessin Kate als diejenige in der königlichen Familie wahrgenommen, die bei den schwelenden Konflikten zwischen ihrem Gatten Prinz William (43) und dessen Bruder Prinz Harry (41) für den nötigen Ausgleich sorgte. Sie war es, die vermittelte, beruhigte und unermüdlich an die familiäre Verbundenheit appellierte. Doch selbst die engelsgleichste Geduld kennt ein Verfallsdatum. Wie nun aus einer neuen Biografie des Royal-Experten Russell Myers hervorgeht, erreichte auch die heutige Princess of Wales irgendwann jenen Punkt, an dem das Bemühen um Harmonie der bitteren Realität weichen musste.
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In seinem Werk „William and Catherine: The Intimate Inside Story“, das am 26. Februar bei Penguin Random House erscheint und aus dem der „Mirror“ bereits vorab Auszüge veröffentlichte, zeichnet Myers nach, wie und warum Kate ihre Rolle als Friedensstifterin schließlich ad acta legte.
Vom jugendlichen Übermut zur bitteren Entfremdung
Anfangs, so analysiert Myers, habe Kate die Spannungen zwischen den Brüdern noch als Ausdruck von „Unreife oder Sturheit auf beiden Seiten“ abgetan. Sie hegte die Hoffnung, dass sich die Zwistigkeiten mit einer Portion gutem Willen und Zeit aus der Welt schaffen ließen. Doch die Ereignisse rund um die Hochzeit von Harry und Meghan im Jahr 2018 hätten ihre Sichtweise grundlegend verändert – es war eine Zäsur.
Jene Vermählung markierte laut dem Autor den Beginn einer tiefen Entfremdung innerhalb der königlichen Familie. Während die Weltöffentlichkeit das Ereignis als glamouröses Märchen zelebrierte, spürten Kate und William hinter den Kulissen eine wachsende, eisige Distanz. Myers zitiert eine Palastquelle, die berichtet, dass die Sussexes damals bereits „eine Agenda“ verfolgten. „Die gesamte Atmosphäre zwischen ihnen war ziemlich toxisch“, heißt es in dem Buch unmissverständlich.
Besonders der Umgang der Sussexes mit den Palastmitarbeitern habe Kate, die für ihren korrekten Umgang mit dem Personal geschätzt wird, schwer getroffen. Laut Myers bildeten sich zwei Lager innerhalb des Hofstaats: Diejenigen, die sich loyal um das Wohl der Mitarbeiter kümmerten, und jene, bei denen Unzufriedenheit an der Tagesordnung war. „Nichts war je gut genug, es gab ständig Beschwerden. Es war ermüdend.“ Für Kate sei dieses Verhalten schlicht inakzeptabel gewesen.
Der nüchterne Blick der Prinzessin
Interessanterweise beschreibt Myers, dass Kate den unvermeidlichen Bruch zwischen den Brüdern offenbar klarer kommen sah als ihr Ehemann William. Während der Thronfolger „zutiefst traurig“ über Harrys Entscheidung war, der royalen Rolle den Rücken zu kehren, habe Kate weniger Interesse daran gezeigt, ihren Schwager zum Bleiben zu überreden. Sie sei zu der Überzeugung gelangt, dass die Unterschiede zwischen dem „Erben und dem Ersatzspieler“ – dem Heir und dem Spare – unüberwindbar seien. Harry habe schlicht mehr von seiner Rolle verlangt, als nur ein „Nebendarsteller“ im höfischen Gefüge zu sein.
Die Konsequenz ist bekannt: Im Januar 2020 verkündeten Harry und Meghan ihren Rückzug als Senior Royals. Beim legendären „Sandringham-Gipfel“ unter der Ägide von Queen Elizabeth II. wurde klargestellt, dass es keine „Halb-drin-halb-draußen“-Lösung geben könne. Die Sussexes zogen nach Montecito in Kalifornien, wo sie heute mit ihren Kindern Archie (6) und Lilibet (4) leben.
William und Kate
Das Oprah-Interview: Wenn das Tischtuch zerschnitten ist
Das berühmte Interview mit der US-Talklegende Oprah Winfrey im März 2021 zerstörte laut Myers schließlich die letzten Reste der Gesprächsbereitschaft. Harry und Meghan warfen der Königsfamilie darin unter anderem Rassismus vor und zerrten private Details ans Licht der Öffentlichkeit. Besonders eine Auseinandersetzung über das Anpassen der Blumenmädchenkleider vor der Hochzeit 2018 belastete Kate schwer.
Harry und Meghan: Hochzeits-Lüge entlarvt
Myers zitiert eine Quelle, die die neue, harte Haltung der Prinzessin verdeutlicht: „Sie war sich sehr klar darüber, dass jeder Kontakt mit Harry oder Meghan mit äußerster Vorsicht geschehen sollte, weil offensichtlich war, dass man ihnen nicht vertrauen konnte.“