Der ORF hält für seine Zuschauer nach dem Sommer ein US-Serienschmankerl parat. Ab 4. September, also gleichzeitig mit dem deutschen Privatsender ProSieben, zeigt ORF eins das neue Gemeinschaftsprojekt von Oscar-Preisträger Steven Spielberg und Horror-Meister Stephen King: Die Mysteryserie "Under the Dome" ("Die Arena"). In den USA erreichte die Auftaktfolge der Serie Ende Juni 20 Millionen Zuschauer.

"Under the Dome" auf ORF

Kick off für neue Spielberg-Serie

 Neal Baer, der Produzent der neuen ORF-Serie spricht über das Horror-Format.

Eine Kuh wird der Länge nach zweigeteilt, ein Motorflugzeug explodiert mitten am Himmel, eine Frau verliert beim Jäten im Garten ihre Hand: Mit einem Schlag verschwindet die amerikanische Kleinstadt Chester's Mill unter einer schalldichten, durchsichtigen Kuppel. Mit diesen Szenen startet die amerikanische Erfolgsserie "Under the Dome", die auf dem gleichnamigen Roman von Stephen King basiert und unter anderen von Steven Spielberg produziert wird. Als Regisseure fungierten unter anderen Niels Arden Oplev und Jack Bender. Ab dem 4. September ist die Mysteryserie mit Mike Vogel, Rachelle Lefevre und Natalie Martinez nun in Doppel- und Trippel-Folgen in ORF eins (20.15 Uhr) zu sehen, die APA sprach vorab mit Neal Baer, dem Produzenten des Welterfolgs.

Hier das ganze Interview zum Nachlesen

APA: Sie haben "Under the Dome" von Anfang an als Produzent begleitet. Was waren Ihre ersten Gedanken, als sie von der Idee, Stephen Kings Roman zu einer TV-Serie zu machen, gehört haben?

Neil Baer: Bereits als ich das Buch gelesen habe, dachte ich, dass es wirklich eine Geschichte unserer Zeit ist. Eine Geschichte über unsere Ressourcen, über Nachhaltigkeit und die Frage, wie wir unter einer großen Kuppel - wie es eigentlich auch unsere Erde ist - zusammenleben. Es ist ein Stoff über große soziale Themen und wir brechen all das nun auf eine Gruppe von Menschen herunter, die gefangen sind und versuchen, mit der Situation zurecht zu kommen.

APA: Es ist offensichtlich, dass die Kombination aus Stephen King und Steven Spielberg das Publikum fasziniert. Abgesehen davon: Was macht "Under the Dome" außergewöhnlich?

Baer: Man kann sich damit identifizieren. Was wäre, wenn man seine Stadt nicht mehr verlassen könnte? Wenn uns das Benzin und das Essen ausgehen, wie würden wir überleben? Diese Fragen sind gar nicht so weit weg, es ist keine Science-Fiction. Es ist nicht so schwer, sich das vorzustellen, wir zeigen es lediglich konzentrierter.

APA:
Wann haben Sie sich entschieden, den Originalplot abzuändern, um eine Fortsetzung drehen zu können?

Baer: Stephen King hat uns hier stets unterstützt. Die Idee, über das Buch hinauszugehen, war von Anfang an da. Die Zeitspanne im Buch reicht ja nur über eine Woche. Und wir machen eine Episode pro Tag, was heißt, dass ja bereits die erste Staffel über zwei Wochen reicht. Also mussten wir neue Geschichten erfinden. Außerdem wollten wir es anders machen. Wären wir der Vorlage treu geblieben, würde die Serie ja nicht überraschen. Das ist vielleicht für einen Film okay, aber wenn man will, dass die Serie über einen längeren Zeitraum tragfähig bleibt, muss man vom Original abweichen und schauen, wohin man gehen kann.

APA: Inwieweit ist Stephen King in diesen Prozess involviert?

Baer: Er liest alles und unterstützt uns sehr, seine Kommentare sind sehr hilfreich. Aber es ist nicht so, dass er für irgendetwas seine Genehmigung gibt. Er liebt die Serie und was daraus geworden ist. Er schreibt deshalb auch den Auftakt für die zweite Staffel.

APA: "Under the Dome" ist bereits an 200 Fernsehsender weltweit verkauft worden. Haben Sie mit dem großen Erfolg gerechnet?

Baer: Ich denke ganz ehrlich nie über so etwas nach. Auch die von mir produzierten Serien "Emergency Room" und "Law & Order: Special Victims Unit" (SVU, Anm.) waren internationale Erfolge. Ich denke immer nur an die Geschichte und nicht an das potenzielle Publikum. Wenn es eine Story ist, die mich beschäftigt, bewegt und aufregt, hoffe ich natürlich, dass sie das auch bei den Sehern auslöst. Und das nicht nur in den USA, schließlich ist Geschichtenerzählen eine der großen verbindenden Kräfte in unserem Leben. Alle Kulturen arbeiten mit Geschichten. Wenn diese die Menschen hier berührt, wird sie es hoffentlich anderswo auch tun. Das Ausmaß des Erfolgs ist ziemlich verblüffend, aber ich bin sehr dankbar dafür.

APA: Sind danach noch weitere Staffeln angedacht?

Baer (lacht): Emergency Room lief 15 Jahre, SVU ist im 15. Jahr. Das ist so etwas wie meine magische Zahl. Also bin ich hoffnungsvoll. In dieser Stadt, Chester's Mill, leben 2.000 Leute, also werden uns die Charaktere eine Zeit lang nicht ausgehen...

   (Das Gespräch führte Sonja Harter/APA)

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