Oft verkomplizieren wir den Alltag – ohne es zu merken. Mate Katenbrink zeigt in seinem neuen Buch, wie wir ihn mit Tipps & Tricks spürbar leichter machen können.
Warum werden Dinge so oft komplizierter gemacht, als sie sein müssten? Es sind selten die großen Hürden, die den Alltag anstrengend machen, sondern die kleinen Reibungen: ein rutschendes Handtuch, ein beschlagener Spiegel, Kratzer im Parkettboden. Solche Kleinigkeiten summieren sich – und werden erstaunlich oft einfach hingenommen. Dabei genügt manchmal ein einziger Handgriff, um aus einem genervten „Wie ärgerlich“ ein erstauntes „Warum nicht gleich so?“ zu machen.
„Hätte ich das nur früher gewusst! 111 Lifehacks, die dein Leben einfacher machen“ von Malte Katenbrink, Verlag Komplett-Media, 25,50 Euro.
"Ich laufe mit einer Lifehack-Brille durchs Leben"
Genau um diese Aha-Momente geht es in dem neuen Buch von Malte Katenbrink, „Hätte ich DAS nur früher gewusst! – 111 Lifehacks, die dein Leben einfacher machen“. Der aus sozialen Netzwerken bekannte Autor, der sich augenzwinkernd „CEO of Lifehacks“ nennt, hat 111 praktische Tipps und Tricks zusammengetragen – aus Haushalt, Küche, Reisen und Freizeit. Keine großen Lebensreformen, sondern alltagstaugliche Abkürzungen mit sofortigem Effekt.
Lifehacks erleichtern das Leben.
Malte Katenbrink zeigt in seinem Buch nicht nur die Lifehacks selbst, sondern erklärt auch, warum sie funktionieren und welchen Nutzen sie im Alltag bringen, sodass man sofort versteht, wie und warum der Trick Zeit, Aufwand oder Nerven spart. „Ich bin schon immer mit einer Art Lifehack-Brille durchs Leben gelaufen“, gesteht der YouTuber.
Warum Lifehacks wirklich funktionieren
Lifehacks funktionieren aber nicht nur, weil sie clever sind, sondern auch weil sie den Blick auf Gewohnheiten verändern. Viele Alltagsprobleme entstehen durch Routinen, die kaum hinterfragt werden: Wie oft gilt eine Tube Handcreme als „leer“, obwohl noch genug Produkt darin ist? Oder wie schnell wird ein Mittagessen im Freien zum Kampf gegen Wespen? Genau hier setzen Lifehacks an. Sie zeigen, wie leicht kleine Anpassungen oder Tricks den Alltag angenehmer gestalten können – ohne großen Aufwand oder teure Anschaffungen.
Das Geheimnis von Lifehacks liegt in der Kombination aus Einfachheit und Effekt. Wer eine Lösung entdeckt, die im Alltag tatsächlich funktioniert, erlebt einen Moment der Überraschung – ein „Aha!“, das Motivation erzeugt und vielleicht sogar dazu anregt, bewusst nach weiteren kleinen Erleichterungen im Alltag zu suchen.
Kleine Tricks, große Wirkung
Manchmal sind es die kleinen Dinge, die den Alltag unnötig kompliziert machen: ein Handtuch, das nach dem Wohlfühlbad ständig von der Hüfte rutscht und den vermeintlichen Spa-Moment ruiniert, ein Kratzer im Parkett, der sofort ins Auge fällt, oder ein Spiegel, der nach dem Duschen beschlägt. Solche Ärgernisse wirken zunächst unbedeutend, summieren sich aber schnell und kosten Zeit und Nerven.
Die Lifehacks von Malte Katenbrink zeigen, wie sich solche alltäglichen Probleme auf überraschend einfache Weise lösen lassen.
Kratzer im Parkett entfernen
Kleine Kratzer im Parkett, die früher nur mit teuren Lackstiften kaschiert werden konnten und oft unansehnlich wirkten, lassen sich mit einer gewöhnlichen Walnuss abmildern: Die natürlichen Öle und feinen Partikel sorgen dafür, dass die Gebrauchsspuren optisch verschwinden und der Boden wieder gepflegt aussieht, ganz ohne Chemie oder Spezialprodukte.
Nie mehr beschlagene Scheiben und Spiegel.
Rasierschaum gegen Beschlag
Selbst ein beschlagener Spiegel im Bad gehört mit Rasierschaum der Vergangenheit an: Der Schaum bildet einen unsichtbaren Film auf der Glasoberfläche, der verhindert, dass sich Wasserdampf absetzt. Der Trick lässt sich übrigens auch bei Brillengläsern anwenden.
Schneller auftauen
Auch in der Küche wirken die Lifehacks als echte Alltagshelfer. Gefrorenes Fleisch lässt sich in nur wenigen Minuten auftauen – ganz ohne Mikrowelle oder heißes Wasser, die es außen oft schon garen, während es innen noch gefroren ist. Dafür wird ein Metalltopf mit der offenen Seite nach unten auf die Arbeitsfläche gestellt, das Fleisch kommt in einem Gefrierbeutel darauf, anschließend wird ein zweiter Topf mit der offenen Seite nach oben auf das Fleisch gesetzt. Nach kurzer Zeit ist es aufgetaut und bereit für die Weiterverarbeitung.
Der Zwiebeltrick für weniger Tränen.
Der Zwiebeltrick
Ebenso praktisch ist der Zwiebel-Trick: Unten wird der Strunk abgeschnitten, der obere „Zipfel“ bleibt stehen, damit die Zwiebel zusammenhält. Ein nasses Tuch hinter oder um die Zwiebel sorgt dafür, dass die Augen weniger tränen. Anschließend wird sie vom Zipfel aus längs mehrfach eingeschnitten und danach seitlich in Scheiben geschnitten – so entstehen im Handumdrehen gleichmäßige, feine Würfel. Zwei einfache Methoden, die typische Küchenprobleme unkompliziert lösen und den Alltag spürbar erleichtern.
Der Hotelzimmerkarten-Trick
Auch fürs Reisen hat Katenbrink so manchen einfachen Trick parat – zum Beispiel für das klassische Hotelzimmer mit Kartenschlitz. In vielen Hotels funktioniert Strom nur, wenn die Zimmerkarte neben der Tür steckt; zieht man sie beim Verlassen heraus, gehen Licht, Klimaanlage und Steckdosen aus. Praktisch fürs Energiesparen, unpraktisch, wenn während des Frühstücks noch das Handy laden oder die Powerbank gefüllt werden soll.
Die richtige Koffer-Beschriftung schützt vor Beschädigungen.
Der Hack ist denkbar simpel: Statt der Zimmerkarte kann man eine beliebige andere Karte im gleichen Format in den Schlitz stecken – etwa eine alte Kundenkarte, eine Mitgliedskarte oder sogar eine Fahrkarte. Viele Systeme prüfen nicht den Chip, sondern nur die Kartengröße. So bleibt der Strom im Zimmer aktiv, ohne dass man die eigentliche Zimmerkarte mitnehmen oder riskieren muss, ausgesperrt zu sein. Ein kleiner Kniff, der unterwegs überraschend viel Komfort bringt.
Der Koffertrick
Vor jedem Abflug hat der „CEO of Lifehacks“ drei kleine Routinen, die ihm ein deutlich entspannteres Gefühl geben. Noch bevor der Koffer aufgegeben wird, fotografiert er ihn von außen und innen – so lässt sich im Fall von Beschädigung oder Verlust nachweisen, wie Gepäckstück und Inhalt ursprünglich aussahen. Zusätzlich macht er Fotos von wichtigen Dokumenten wie Reisepass, Führerschein und Flugticket und schickt sie sich selbst per E-Mail, um im Notfall zumindest digitale Kopien griffbereit zu haben.
Seit kurzem legt er außerdem einen AirTag in den Koffer, um jederzeit nachvollziehen zu können, wo sich das Gepäck befindet. Und schließlich klebt er einen „Handle with care“-Aufkleber auf den Koffer – in der Hoffnung, dass das Gepäckstück etwas sorgfältiger behandelt wird und im besten Fall sogar früher auf dem Band erscheint.
Warum Lifehacks polarisieren
Für die einen sind sie selbstverständlich, für die anderen eine Offenbarung. Sie geben uns das Gefühl, dem Alltag nicht ausgeliefert zu sein, sondern ihn aktiv zu gestalten. Nicht durch radikale Veränderungen, sondern durch kleine Optimierungen, die Zeit, Aufwand oder Nerven sparen. Es geht nicht um Perfektion. Es geht um Erleichterung – um das gute Gefühl, wenn etwas plötzlich einfacher funktioniert, wenn ein Problem, das man jahrelang akzeptiert hat, in Sekunden gelöst ist. „Vielleicht liegt das daran, dass ich von Natur aus ein eher fauler Typ bin. Aber in der guten Form! Wer faul ist, denkt effizient“, gesteht Malte Katenbrink.
Und genau dieses Denken steckt hinter den Tricks, die der YouTuber präsentiert: Kleine Anpassungen, die im Alltag eine große Wirkung entfalten. Vielleicht machen wir uns das Leben tatsächlich öfter schwerer, als nötig. Vielleicht, weil wir Gewohnheiten selten hinterfragen. Vielleicht aber auch, weil uns niemand zeigt, dass es anders geht. Die gute Nachricht: Einfacher geht immer. Man muss es nur wissen, wie.
Redaktion: Claudia Semrau