22.00 bis 1.00 Uhr

"Zwei-Drittel"-Mondfinsternis in der Nacht auf 17. Juli

Wien. Eine partielle Mondfinsternis kann man in der Nacht auf 17. Juli in ganz Österreich beobachten. Kurz vor Mitternacht werden zwei Drittel der Mondscheibe im Kernschatten der Erde liegen. Zum Beobachten ist neben wolkenlosem Wetter freie Sicht nach Südosten wichtig, da der Mond in einer sehr südlichen, tiefen Bahn über den Himmel zieht, empfiehlt die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA).
 
Mondfinsternisse gibt es nur bei Vollmond. Sonne, Erde und Mond stehen dabei genau auf einer Linie und der Erdtrabant wandert durch den Schatten der Erde. Dabei kann der Mond vollständig (totale Mondfinsternis) oder nur teilweise (partielle Mondfinsternis) in den Kernschatten der Erde eintauchen.
 
Die Bahn des Mondes um die Erde ist zur Bahn der Erde um die Sonne um etwa fünf Grad geneigt. Das ist der Grund, warum es nicht bei jedem Vollmond zu einer Mondfinsternis kommt. Der Erdtrabant zieht nämlich meist nördlich oder südlich des Erdschattens vorbei. Nur etwa alle sechs Monate geht sich eine Finsternis aus.
 
mondfinsternis grafik © APA
 
Am 16. Juli um 22.01 ist es wieder so weit - da tritt der Mond in den Kernschatten der Erde ein. Zunehmend schiebt sich dann der Erdschatten über die Mondscheibe, bis um 23.32 Uhr die größte Verfinsterung erreicht wird. "Die nördlichen, also oberen zwei Drittel der Mondscheibe werden dann im Kernschatten der Erde liegen, das untere Drittel ähnelt einer fünf bis sechs Tage alten Mondsichel, die allerdings liegend und nicht stehend erscheint und den Nachthimmel noch ziemlich erhellen wird", erklärte Alexander Pikhard von der WAA. Um 1.00 Uhr endet dann die partielle Finsternis.
 
Für Österreich beginnt dann eine relativ lange Finsternis-freie Zeit: Am 10. Jänner 2020 gibt es eine völlig unspektakuläre Halbschatten-Mondfinsternis, bei der der Mond gar nicht in den Kernschatten der Erde eintritt. Am 16. Mai 2022 ist eine totale Mondfinsternis zu sehen, allerdings nicht über den gesamten Verlauf. Der Mond wird dabei verfinstert untergehen. Die nächste zur Gänze sichtbare totale Mondfinsternis findet hierzulande erst am 20. Dezember 2029 statt.
 
Experten der WAA werden von 20.30 Uhr bis 1.30 Uhr auf der Sophienalpe in Wien-Penzing Möglichkeiten zur Beobachtung und Erklärungen anbieten. Sie beteiligen sich aber auch an der "Ö1 Vollmondnacht" auf der Wiener Universitätssternwarte. Dort dreht sich von 17.00 bis 24.00 Uhr alles um den Mond: Neben verschiedenen Fachvorträgen singen die Geschwister Mondschein dem Erdtrabanten ein Loblied, kämpfen die Finalisten des Ö1 Rap & Slam Contests "Rap the Moon" um den ersten Platz und rät die Kabarettgruppe Science Busters "Nimm den Mond nicht zu voll!".
 
mondfinsternis grafik © APA
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