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Ein Schlepper raste auf Polizisten zu. Sie stoppten ihn mit mehreren Schüssen. 

Bgld. Der weiße Klein-Lkw mit den litauischen Kennzeichen war der ungarischen Polizei am Donnerstag schon Kilometer vor der Grenze nach Österreich aufgefallen. Sie informierten ihren Kontrollposten am Übergang Neckenmarkt bei Oberpullendorf. Als sich einer der Beamten vor Ort in die Fahrbahnmitte stellte, um das Fahrzeug aufzuhalten, gab der Lenker Vollgas und steuerte auf den Polizisten zu. Dessen Kollege zog seine Dienstwaffe, feuerte mehrere Schüsse auf den Transporter.

Mit zerborstener Seitenscheibe und mehreren Treffern im Motorbereich schaffte es das Fahrzeug noch nach Österreich. Doch auf einem Güterweg nahe Neckenmarkt war endgültig Schluss.
Inzwischen war die burgenländische Polizei von ihren ungarischen Kollegen informiert worden. Eine Streife fand den Transporter vor. Das Führerhaus war verwaist, die Plane des Aufbaus großräumig aufgerissen. Schnell war klar, dass es sich bei dem Klein-Lkw aus Litauen um ein Schlepperfahrzeug gehandelt hatte.

Wenig später entdeckte die Polizei unweit des Fundortes auch die menschliche Fracht des Schleppers: 30 Flüchtlinge, die orientierungslos umherirrten und nicht wussten, dass sie sich bereits in Österreich befanden. Über die Nationalität der Migranten hüllte sich die Polizei bis zum Abend noch in Schweigen.

Die Abstammung des nach wie vor flüchtigen Schleppers steht indes fest. Es handelt sich um einen gebürtigen Ägypter, der schon häufiger Flüchtlinge nach Österreich und Deutschland geschleppt haben soll.
Die aufgegriffenen Migranten haben inzwischen um Asyl angesucht. Sie wurden in eine Unterkunft überstellt. 

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